Schimmelpilze im Darm, pH Wert auf 7,7...

Ratschläge rund ums Thema Gesundheit - die allerdings keinen Tierarzt ersetzen!

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knowi
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Schimmelpilze im Darm, pH Wert auf 7,7...

Beitrag von knowi »

Mal wieder ich :?

Obwohl wir da schon lange dran sind - und ehrlich gesagt schon lange dachten, alles sei wieder gut - ist der Darm meines Ponys immernoch nicht in Ordnung.
Er hat seit einiger Zeit in unregelmäßigen Abständen leichte Schwellungen unter dem After, mit dem Kot tritt dann und wann mal ein Sekret aus, was sogleich verkrustet (siehe Foto). Ich habe nun eine Kot- und Tupferprobe ins Labor geschickt, das Resultat: Schimmelpilze, sowohl im Kot (stark vermehrt) als auch auf der Tupferprobe (leicht vermehrt), sowie ein verschobener pH-Wert (7,7 statt 6,5 bis 6,9).

Die Heuqualität bei uns im Stall ist ein bisschen wechselhaft, Schimmel im Heu tritt jedoch selten auf, und die Stallbesitzer sind schon darauf bedacht kein schimmliges Heu zu füttern. Er steht auf Einstreu und bekommt täglich eine kleine Handvoll Hestamix gefüttert...
Zudem bekommt er momentan ein Feigenextrakt um Magen und Darm zu stärken. Die eigentliche Behandlung hat noch nicht begonnen, meine TÄ ist aber dran (siehe unten)

(Zur Vorgeschichte: Er hat sich in Frankreich eine Babesiose zugezogen, die ihm lange Zeit ziemlich zugesetzt hat. Zu der Zeit waren die Leberwerte extrem schlecht, die Darmflora ziemlich angegriffen alles ging mit wiederkehrenden Bauchfellentzündungen her (das ganze ist jetzt ca. 1 Jahr her.)Die Babesiose wurde behandelt, zudem wurden Nieren und Leber homöopathisch sehr unterstützt, er bekam über lange Zeit ein Probiotikum und ein Kolikerfutter (habe den Namen vergessen), sowie Phytotherapie für's Allgemeinbefinden. Er hat wieder prächtig an Energie und Lebensfreude gewonnen. Wie gesagt, ohne die Schwellungen und Krusten hätte ich es unter Umständen gar nicht gemerkt (...wobei er in den letzten Tagen doch hin und wieder ein bisschen matt wirkt, aber das Wetter spielt hier gerade auch ein bisschen verrückt...?)
Entwurmt ist er, Würmer wurden bei der Untersuchung nicht festgestellt.)

Meine Tierärztin ist dran, wir werden da also schon betreut, aber ich wollte mal fragen ob jemand von Euch was ähnliches kennt und ein bisschen berichten kann.
Sorry...ist kein schönes Foto, aber vielleicht hilfts, wenn man sieht was ich meine.

Liebe Grüße und vielen Dank!
Knowi
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ottilie
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Beitrag von ottilie »

Ach herrje, das tut mir aber leid für Euch!
Ich kann glücklicherweise nichts beitragen, und Du scheinst auch gut versorgt zu sein mit TA, aber hast Du mal an EM gedacht? Oder eventuell an eine Entgiftung?
Ich wünsch Euch alles Gute!
Es grüsst ottilie
~~~~~~~~~
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knowi
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Beitrag von knowi »

Danke Ottilie, das ist lieb :)
An EM hatte ich schon gedacht, ja. Ist auch im Gespräch mit meiner TÄ. Die ist allerdings noch am Austüfteln und Überlegen. Mal sehen für was sie sich dann entscheidet. Aber EM werde ich wohl ziemlich sicher noch dazu geben - oder alternativ Kannebrottrunk.
Liebe Grüße!
Knowi
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Mutti
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Beitrag von Mutti »

Hallo, ich hatte auch gleich an EM bzw. Bokashi gedacht.
Ich drück die Daumen, dass es deinem pferd bald wieder besser geht.
Unbekannte Grüsse Sabine
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Finchen
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Beitrag von Finchen »

Weil ich bei meiner Suche nach was anderem zufällig drüber gestolper bin, würde mich interessieren, was draus geworden ist, konnte die Schwellung und der Ausfluss mit den Werten in Verbindung gebracht werden?


Zum Thema EM und Brottrunk etc. habe ich inzwischen eine bedächtigere Meinung. Eine namhafte Futterberaterin hat mir in einem Seminar recht einleuchtend erklärt, wieso die "Zugabe" von Mikroorganismen IN einen Körper nicht gut sein kann.
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Lou mit Lucy
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Beitrag von Lou mit Lucy »

Oh, interessiert mich auch, wie das weiterging!

@finchen, magst das erklären?

Liebe Grüße :)
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Finchen
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Beitrag von Finchen »

Lou mit Lucy hat geschrieben:Oh, interessiert mich auch, wie das weiterging!

@finchen, magst das erklären?

Liebe Grüße :)
Du meinst Skepzis zu EMs und Brottrunk etc? Für den Brottrunk ist es nur meine Idee, folgend der Aussage einer Futterberaterin, die tunlichst davon abrät, effektive Mikroorganismen INS Pferd zu bringen, weil sie sagt die Darmflora ist ein so ausgeklügeltes System an Mikroorganismen, dass man mit Hinzufügen eher nix gut macht, sondern im Gegenteil. Das finde ich einleuchtend. Brottrunk ist wenn ich das richtig verstehe auch "lebend", aktiv, anders als die Hefen der handelsüblichen Bierhefe, deshalb fällt der für mich in die gleiche Kategorie.
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xelape

Beitrag von xelape »

Knowi, mich würde auch mehr interessieren... vor allem wie es mit deinem Pferd weiterging..
oecone
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Beitrag von oecone »

Die Skepsis gegenüber EM ist angebracht. Es handelt sich um Bakterien, die eigentlich für die Verbesserung der Fruchtbarkeit von Ackerböden gedacht sind :wink:

Bei Brottrunk würde ich das lockerer sehen. Es handelt sich um milchsauer Vergorenes.
Nach einer heftigen, oralen Antibiotikagabe habe ich mit meinem Pferd und Fermentgetreide ganz gute Erfahrungen gemacht.
Der Denkansatz war, dass Milchsäurebakterien besser sind, als irgendwelche Keime, die Durchfälle oder andere Irritationen bei der Verdauung verursachen. Mein Eindruck war, dass sich der Darm und sein Innenleben schnell und komplikationslos erholt haben.

Grüßle
Lafayette
Lou mit Lucy
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Beitrag von Lou mit Lucy »

Okay, danke für die Antwort. EM sehe ich absolut genauso, weil es sich um so eine völlig unspezifische Mischkultur handelt. Man weiß über die Darmflora schon wenig genug, und dann noch so eine wilde Mischung drauf...lieber nicht :wink: Die allgemeine Aussage kann ich, wenn sie so allgemein formuliert ist, nicht nachvollziehen. Es geht ja eben darum, dass das ausgeklügelte System durch Krankheit verschoben ist. Dass eine positive Beeinflussung möglich ist, wenn man planmäßig vorgeht, glaube ich schon. Negativ geht ja auch, zB mit Antibiotika oder Pilzsporen. Bei Kälberdurchfall macht man mit speziellen E.coli-Stämmen übers Futter gute Erfahrungen, auch ein Pferd bei uns im Stall hat die mal gegen dauerhafte Breiäppel bekommen. Sowas wie Brottrunk seh ich wie Joghurt beim Menschen (solang keine Kuhmilch ins Pferd kommt :wink: ) - kann erfahrungsgemäß ein bisschen positiv beeinflussen, aber allein selten was heilen.

Liebe Grüße
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ninischi
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Beitrag von ninischi »

Bliebe die Frage, ob es für Pferde spezielle Präparate mit passenden Bakterien gibt, die den Aufbau einer guten Darmflora unterstützen. Für Menschen gibt es z.B. Mutaflor und ähnliches.

Oder was macht ihr sonst, um beim Pferd die Darmflora zu stärken?
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Julia
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Beitrag von Julia »

Also ich finde EM`s nicht schlecht. Aber ein reiner Erfahrungswert. Eben weil der Darm ein sehr ausgeklügeltes System ist werden Em`s da keinen großen Schaden anrichten, ich habe aber schon oft erlebt was sie positives schaffen können.

Brottrunk dagegen...Milchsäurebakterien... DA fange ich an die Nase zu rümpfen.

Die Darmflora kann man allerdings auch hervorragend mit Phytotherapie unterstützen. Da habe ich auch sehr gute Erfahrungen mit gemacht. Zumal die Kräuter tatsächlich sehr gerne gefressen werden.
Liebe Grüße, Julia
oecone
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Beitrag von oecone »

ninischi hat geschrieben:Bliebe die Frage, ob es für Pferde spezielle Präparate mit passenden Bakterien gibt, die den Aufbau einer guten Darmflora unterstützen. Für Menschen gibt es z.B. Mutaflor und ähnliches.

Oder was macht ihr sonst, um beim Pferd die Darmflora zu stärken?
Neulich hatte ich diesbezüglich einen TA gefragt. Reine Präparate mit Magensaftresistenten Bakterienstämmen gibt es für Pferde wohl nicht.
Nur Sachen, die den Beinamen probiotisch haben. Und da ist mir aufgefallen, dass es sich bei 'probiotisch' oft um Milchsäurebakterien, oder einfach nur Milchsäure oder Propionsäure handelt.

Darmflora stärken geht am Besten mit gutem Futter. Heu, möglichst Bio. Guter Hafer, frisch gequetscht. Artenreiches Grünland. Auf all den Pflanzen haften genau die Bakterien, die Grasfressern gut tun.
I. Ü. haften auf Gräsern natürliche Milchsäurebakterien. Diese veranlassen die milchsaure Gärung zu Grassilage. Deswegen würde ich Milchsäurebakterien mal nicht per se verurteilen schlecht für Pferde zu sein. Die Grassilageproblematik in der Pferdefütterung besteht nicht wegen den Milchsäurebakterien!
Vignir

Beitrag von Vignir »

Ich schließe mich oecone an: Die Basis ist und bleibt gutes Grundfutter.

Leider sind auch die ganzen Diskussionen um Stärkung der Darmflora, Aufbau und am schlimmsten "Darmsanierung" nicht zielführend, denn die genaue Zusammensetzung einer gesunden Darmflora bei Pferd ist schlicht nicht bekannt! Da steckt die Forschung noch in den Kinderschuhen. Trotzdem machen aber diverse Futtermittelhersteller mit dem Tüddeltrieb der Pferdebesitzerinnen (Männer sind da zu 99% resistent gegen :wink: ) die große Kohle. Da wird dann unterschwellig immer suggeriert, daß man seinem geliebten Pferd dies oder das oder jenes nicht schuldig bleiben dürfe - es wird bewußt mit dem Schuldbewußtsein Kasse gemacht!

Ich war vor vielen Jahren -als das mit den Effektiven Mikroorganismen aufkam- auch zunächst höchstinteressiert und fing an, das näher zu beleuchten. Nachdem ich gelernt hatte, daß die EM aus Japan kommen und mit der hiesigen Fauna und Flora nicht vergleichbar sind, wollte ich diesen Sud bitte nicht in meinem Stall haben - schließlich kann man langfristig gar nicht abschätzen, was man sich da in den Stall holt.

Die bekanntesten Probiotika sind Hefen, von denen man auch -noch- nicht weiß, ob sie nutzen oder schaden. Ihr Einsatz ist deshalb höchst umstritten, eben weil das Ergebns völlig ungewiß ist (z.B. Verschiebung des natürlichen pH-Wertes). Ganz kritisch sind dort die Lebenhefen zu sehen.

Da ich ein chronisch krankes Darmpony habe, dessen Leben vor 5 Jahren am seidenen Faden hing, bin ich dieses Experiment aber eingegangen und habe zusätzlich zur Cortisongabe ein Präparat mit Saccharomyces cerevisiae gegeben, welches mir "fintan" (der ein oder andere wird ihn noch kennen) von FTS empfohlen hatte. Er hatte mir Unterlagen zu Forschungen zugeschickt, die belegten, daß die Nukleotide für eine deutlich erhöhte Zellteilung der Darmzellen sorgten. Mein Pony bekam also zusätzlich das Produkt und die Ergebnisse sprachen für sich. Da mein Pony bereits 2009 einen sehr heftigen Entzündungsschub hatte -bei dem die Krankheit damals von TÄ noch nicht identifiziert wurde- und er damals ausschließlich die Nukleotide bekam, kann ich die Wirkung auch eindeutig darauf zurückführen.

Seitdem mache ich jeden Winter eine Kur mit den Nukleotiden und kann sagen, daß mein Pony symptomfrei ist. :D

Wie Julia auch schon schrieb, kann man mit der Phytotherapie sehr gute Erfolge erzielen. Dazu sollte man tunlichst einen Profi befragen, da man auch da sehr viel falsch machen kann. Ich gebe zu, daß ich kürzlich ebenfalls ein Experiment mit Kräutern gewagt habe, indem ich nämlich drei meiner Pferde in der Herde -die alle nach einer Antibiose wegen einer bakteriellen Infektion der Atemwege an teils heftigem Kotwasser, Durchfall und übelriechendem Kot litten- das flüssige EMH direkt gegeben habe. Das klingt jetzt zwar nach "EM", es steht in dem Fall aber für "Eggersmann Mikro Herbs" und handelt sich um einen Kräuterauszug, dessen genaue Zusammensetzung aber geheim bleibt. Über das Ergebnis war ich selbst erstaunt, dann das Zeug wirkte Wunder! Das eine Pony, welches -seitdem er vor 1,5 Jahren zu mir kam- fast durchgängig an Kotwasser litt, äppelt endlich normal! Das Kotwasser ist verschwunden! Zumindest bei dieser durch die Antibiose verschobenen Darmflora hat es geholfen, das kann in einem anderen Fall natürlich ganz anders sein, weshalb ich trotzdem immer vorsichtig sein würde.
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Finchen
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Beitrag von Finchen »

Das mit dem Kräutersud kann ich nachvollziehen. Mein Haus- und Hof-Osteopath hat u.a. auch eine Mischung aus diversen Kräutern (k.A. was sonst drin ist, früher stand nicht drauf, was enthalten ist, meine letzte Dose ist schon lange her) für Stoffwechselbaustellen diverser Art im Portfolio, die ähnliche Erfolge erzielt hat.
"Das Herz mit dem Verstand begreifen zu wollen, ist so ähnlich, wie mit den Ohren sehen zu wollen." Safi Nidiaye
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