Fellsattel

Themen zur Ausrüstung von Pferd und Reiter

Moderator: ninischi

Perlpilz Moni
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Beitrag von Perlpilz Moni »

Ja das meinte ich :wink:

Hätte mich auch gewundert, wenn es ein Sammelsurium von zufällig guten Momentaufnahmen gewesen wäre und in der Realität sieht dann alles ganz anders aus, so was gibt es ja hin und wieder auch :wink:

LG
Moni
Perlpilz Moni
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Beitrag von Perlpilz Moni »

gimlinchen hat geschrieben:alex wirkt ausgesprochen vertrauenswerweckend - ich glaube ihr. mein pferd geht sooooo viel besser mit dem fellsattel als vorher.

ich glaube, vieles von der geltenden lehrmeinung, wie kolur sie z.B. zitiert, ist einfach auch nicht bewiesen, sondern ein Satz von (wenngleich klugen) Annahmen
Nun, ich denke das der Fellsattel erst mal befremdet. Mir ging es da ja nicht anders und das man dann nach negativen Faktoren sucht ist sicherlich verständlich und auch wichtig. Denn, kein Pferdebesitzer möchte wissentlich seinem Pferd schaden. Ich kenne zu mindestens keinen "Pferdesadisten" in meiner Umgebung.
Wir sind so sehr auf die Baumsättel fixiert, weil wir sie kennen. Ich bin ja schon was älter und bin mit den Ledersättel groß geworden. Da fällt es schwer sich auf was Neues einzulassen, von dem man darüber hinaus noch so wenig weis.

Was ich einfach schade finde ist, dass die von vielen beschrieben theoretischen Bedenken zu einer sofortigen: "nein um Gottes willen bloss nicht damit reiten..." Nummer wird. Es geht ja nicht darum den passenden Baumsattel zu verteufeln, sondern eine Alternative zu haben und so wie es aussieht ist der Fellsattel eine bessere Alternative als ein nicht passender Sattel. Nicht Reiten geht auch noch, klar.

Vielleicht sollten wir alle mal was offener werden für "das Andere" und abwarten wie sich der Fellsattel so weiter in der Praxis beweist...

LG
Moni
FNB
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Beitrag von FNB »

Hallo, ich kenne mittlerweile 2 Fellsattelreiterinnen, die mit Steigbügel über einen gewissen Zeitrahmen geritten sind. Beide Pferde hatten nach einigen Wochen immense Rückenprobleme, die sie vorher nicht hatten.

Das reicht mir als Nachweis, dass ich den "Sattel" nur ohne Bügel weiterhin nutzen werde.

LG
Perlpilz Moni
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Beitrag von Perlpilz Moni »

Das kann sicherlich sein, aber zum Reiten gehört aber auch der Reiter.

Ich hatte mit Christ darüber gesprochen und Christ sagte mir, dass sie mehrere Satteldruck Analysen gemacht haben auch mit Steigbügeln, die Ergebnisse waren überwiegend sehr gut.

Die Ergebnisse waren aber auch abhängig vom Sitz des Reiters und da waren die Werte bei schlecht sitzenden Reitern selbstverständlich nicht gut.
Vielleicht sollte man nicht immer alles pauschalisieren.
Interessant fände ich, wenn solche negativ Beispiel mal dokumentiert auftauchen würden und nicht ich kenne da jemanden der...

LG
Moni
FNB
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Beitrag von FNB »

Na ja, ich KENNE beide Reiterinnen. Und BEIDE hatten mit den normalen Sätteln keine Rückenprobleme mit den Pferden.

Vielleicht einfach auch mal Erfahrungen stehen lassen und nicht um alles der Welt widerlegen wollen. Und jeder kann ja für sich entscheiden, ob man den HERSTELLERN die verkaufen wollen, alles glauben möchte. :D

LG
gimlinchen
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Beitrag von gimlinchen »

warum nutzen die beiden dann den fellsattel?

klar, am ende gehts immer um die eigene erfahrung. für mich ist die datenlage so, dass man halt probieren kann. :-)

natürlich haben wir über viele jahre gute infos darüber, dass ein gut passender baumsattel eine feine idee ist - das ist ja klar.
Perlpilz Moni
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Beitrag von Perlpilz Moni »

Jeder wird sicherlich seine eigenen Erfahrungen machen müssen und wie gesagt ich fände es schön, wenn die negativ Erfahrungen dokumentiert werden würden...

LG
Moni
FNB
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Beitrag von FNB »

Häh? Dokumentiert *lach* ich hab sie ja hier aufgeschrieben *kopfschüttel*

Tja, sie wollten ihren Pferden was gutes tun *schulterzuck*. Bei der einen passte der Baumsattel angeblich nicht mehr so gut, der Fellsattel war zum Übergang gedacht, ist halt nach hinten losgegangen, der Versuch.

LG
Kolur
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Beitrag von Kolur »

Finchen hat geschrieben:@Kolur:
wie erklären sich aber mehrere gut ausgebildete Pferde ohne Beschwerden einer RL, die ausschließlich und seit ich meine mehreren Jahren nur im Fellsattel reitet?
Mal als Beispiel mein eigenes Pferd: Der hatte ca. 2 Jahre einen Maßsattel, lief darunter gut, hatte keine Druckstellen, nichts auffälliges, bis sich 2 Proc. Spinosi richtung dorsal bewegten (also es entstand ein Hubbel auf der Wirbelsäule). Obwohl man augenscheinlich keine Mängel in der Passformqualität fand, musste der Sattel weg, weil Veränderungen am Knochen geht mal gar nicht. Gefolgt ist ein zunächst gut sitzender Stübben.
Das Pferd lief jahrelang damit erfolgreich im Sport, für ein Gangpferd sehr weit in den klassischen Lektionen und der Rücken war nach einem sehr trainingsintensiven Winter wirklich Lehrbuchmäßig aufgemuskelt.
Der Sattel stellte sich später ebenfalls nicht als optimal raus, da er im hinteren Bereich drückte. Trotzdem lief das Pferd mit dem Sattel einen ganzen Schwung besser als mit dem vorherigen. Weil was damals wirklich unangenehm gedrückt hat, ist dann auszuhalten gewesen.

Damit will ich nur sagen: Ein Pferd kann unter Umständen jede Menge kompensieren, ein Muskel hat ungeheure Kraft und wenn man nicht gerade mit einem zu engen Kopfeisen den Trapezmuskel kleinquetscht, kann ein guter Reiter Sattelmängel "überreiten", Probleme kaschieren, bzw. einfach sogut trainieren, dass suboptimale Dinge wie mangelnde Wirbelsäulenfreiheit nicht auffallen.

Der Lammfellsattel kann erstmal nicht mit schlechtem Schwerpunkt oder ungleicher Polsterung negativ auffallen, etwas, was einem Pferderücken schonmal zu schaffen macht. ABER: ungleichmäßig sitzende Reiter ( und das ist bei vielen der Fall), Belastung der Steigbügel und länger anhaltender Wärmestau kann zu Problemen führen. Kann! Muss nicht, jedes Pferd reagiert zu einem anderen Zeitpunkt.
Mir geht es auch gar nicht um Druckstellen in diesem speziellen Fall sondern wirklich um das Problem, dass kein Wirbelkanal frei ist. Und dass das suboptimal ist, grenzt nicht an Vermutungen sondern an Physik.

Klar ist der Lammfellsattel besser als ein mäßig sitzender Baumsattel und ich kenne auch Pferde, die mit dem Lammfellsattel hohe Schule gehen, aber dann auch auf "normale" Sättel umgestiegen sind.
Bei 20min am Tag wäre das auch kein Thema, aber wir reden hier jetzt mal von normalen Reiteinheiten.

Grundsätzlich hatte ich bisher mehr Baumsättel im Test die gedrückt hatten, als Baumlossättel. Aber Rückenprobleme waren gleichmäßig verteilt, nur dass bei Baumlossätteln das ganze seltener über eine Druckmessung zu erfahren ist, sondern durch Begutachtung des Pferderückens. So jedenfalls meine Erfahrungen bei Satteldruckmessungen.
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Beitrag von Perlpilz Moni »

Das ist schon süß, so wie ich dich verstehe. Sind die beschrieben Fellsattelpferde, die sich so gut entwickelt haben Aufgrund der Reiterin so gut geworden, die sogar in der Lage ist, auch Pferde unter schädlichen Arbeitsmaterial auszubilden und das über Jahre. Auch die gut entwickelte Oberline von allen Fellsattelpferden ist so entstanden :shock: :shock:

Sorry, aber das scheint mir doch sehr an den Haaren herbei gezogen worden.

LG
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Finchen
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Beitrag von Finchen »

nur dass bei Baumlossätteln das ganze seltener über eine Druckmessung zu erfahren ist, sondern durch Begutachtung des Pferderückens. So jedenfalls meine Erfahrungen bei Satteldruckmessungen.

Genau deshalb habe ich mich einfach am Rücken der Pferde orientiert. Allerdings hast du ja weiter vorne im gleichen Beitrag ein Gegenargument geliefert, welches deine Fähigkeit, am Rücken eines Pferdes die Satteltauglichkeit beurteilen zu können, ad absurdum führen (Pferde können ausgleichen, Muskeln sind so stark trotzdem sich gut ausbilden zu können etc) - IN den Rücken rein können wir alle nicht schauen, also fällt dieses Beurteilungskriterium weg, außer wir wollen in regelmäßigen Abständen die Wirbelsäule röntgen lassen. :wink:

Bzgl. fehlender Wirbelsäulenfreiheit:
nicht umsonst ist die besagte RL und Fellsattel"freundin" ein großer Fan von einem Sitz mit eingedrehten Oberschenkeln, der das Gewicht auf eben diese ordentlich mitverteilt und somit ein punktuelles Sitzen auf der Wirbelsäule verhindert.
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Beitrag von ottilie »

Finchen hat geschrieben:einem Sitz mit eingedrehten Oberschenkeln, der das Gewicht auf eben diese ordentlich mitverteilt und somit ein punktuelles Sitzen auf der Wirbelsäule verhindert.
Und wie erhält man da bitte die Beweglichkeit des Beckens?
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Beitrag von Finchen »

Ottilie, die Frage verstehe ich nicht ganz... wäre die automatisch verhindert, würden alle Reiter, die zB auch in der ersten Ausbildungsphase im entlastenden Sitz reiten, ein festes Becken haben!?
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Beitrag von ottilie »

Und was hat ein entlastender Sitz mit eingedrehten Oberschenkeln zu tun?

Wenn man die Oberschenkel eindreht, muß die Rotation aus dem Hüftknochen kommen, und damit stelle ich das Becken fest.
Das hat nichts mit einer "Umverteilung der Last" zu tun.
Vielleicht hast Du das gemeint, Dich dann aber mißverständlich ausgedrückt.
Es grüsst ottilie
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Beitrag von Finchen »

Oder jemand mißversteht Eindrehen der Oberschenkel - das muss man rein muskulär ja ein wenig tun, um das Gewicht auf die Oberschenkel verteilen zu können, wenn man nicht gleichzeitig den Po zusammenkneifen will, was nun wirklich nicht förderlich für einen lockeren Sitz ist. :wink: Mit Eindrehen meine ich nicht ein Verdrehen, nur eben so, dass die Oberschenkelmuskeln mittragen.
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