Deckunfall - Zahlt die Tierhalterhaftplicht

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Abeja
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Deckunfall - Zahlt die Tierhalterhaftplicht

Beitrag von Abeja »

Hallo!
Leider bespringt mein Wallach zur Zeit sehr häufig die Stuten in unserer gemischten Herde (nachdem sie ihn nach Strich und Faden anrossen) und penetriert. Er bekommt seit vielen Wochen Mönchspfeffer, 20 mg täglich. Nun macht sich eine Stutenbesitzerin große Sorgen, ihre Stute könnte sehr verletzt werden.

Ich will jetzt keine Grundsatzdiskussion lostreten, ob mein Pferd in eine Wallachherde gehört. Wir sind nun mal jetzt an diesem Stall, und früher war er entweder unauffällig oder es hat sich niemand daran gestört. Wir sind auch schon dabei, nach einer Lösung zu suchen. Sollte ich - aus anderen Gründen - mal den Stall wechseln müssen, dann soll er in eine Wallachherde kommen.

Trotzdem jetzt meine Frage: Falls es durch ihn zu einer Gebärmutterentzündung bei der Stute oder schlimmstenfalls zu einem Deckunfall mit Todesfolge käme, wäre wenigstens das materielle Risiko durch die Tierhalterhaftpflicht abgedeckt?

Es gibt noch andere Wallache in der Herde, und die decken auch. Kann man dann überhaupt nachweisen, ob es meiner war? Es sei denn natürlich, man hat ihn beobachtet, was schon öfters so gewesen ist.
Liebe Grüße Birgit

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-Tanja-
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Beitrag von -Tanja- »

Da würde ich direkt bei der Versicherung nachfragen. :wink:
lg, Tanja

Reiten ist nicht weiter schwierig, solange man nichts davon versteht.
Aus: "Vollendete Reitkunst", Dr. Udo Bürger, 1959

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Finchen
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Beitrag von Finchen »

Würde ich tatsächlich mit beiden Versicherungen klären. Das Risiko besteht nicht für die Stute. Abwehrtritte können für deinen Wallachen böse enden.
"Das Herz mit dem Verstand begreifen zu wollen, ist so ähnlich, wie mit den Ohren sehen zu wollen." Safi Nidiaye

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Abeja
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Beitrag von Abeja »

Sorry, hatte erst deinen Beitrag, Finchen, nicht verstanden. Ichglaube, du wolltest sagen: nicht nur für die Stuten. Ja, stimmt, wir sollten bei beiden Versicherungen nachfragen. Wobei - meistens weiß man ja nicht so genaus, wer´s gewesen ist.

Wäre aber trotzdem mal ganz Interessant. Denn beim letzten Mal, wo wir auch eigentlich wissen, welche Stute das war, die meinem die heftigen Tritte beigebracht hat, hat mich das ganze ca. 500 EUR gekostet. Ich bin ehrlich gesagt, gar nicht auf die Idee gekommen, jemanden haftbar zu machen. Ich hab das unter normales Lebensrisiko verbucht. Was bin ich doch manchmal naiv! :oops:
Liebe Grüße Birgit

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amara
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Beitrag von amara »

Du brauchst mehrere Zeugen, dann kriegst du das bei der Versicherung auch durch... bei meiner Vs ist das Decken und etwaige Schäden mitversichert, ich wollte das damals unbedingt vorher klären, da ich ja Celta erst mit 10 gelegt hab. Passiert ist bisher aber noch nichts. Celta deckte aber auch fast nie als Wallach, außer im Frühjahr eine einzige Stute, die aber vor lauter Rossigkeit in ihn reinstieg. Von sich aus hätte er das nicht gemacht. Jetzt steht er eh in einer getrennten Herde, das ändert sich aber leider wieder mit HIT Aktivstall. Denke aber nicht, dass es problematisch wird.

Warum gebt ihr nicht Regumate? So zumindest um das erstmal zu beruhigen. Manchmal reicht die Phase aus, um einfach das Verhalten zu unterbrechen, und dann vergessen sie es mit der Zeit.

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Abeja
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Beitrag von Abeja »

amara hat geschrieben:Warum gebt ihr nicht Regumate? So zumindest um das erstmal zu beruhigen. Manchmal reicht die Phase aus, um einfach das Verhalten zu unterbrechen, und dann vergessen sie es mit der Zeit.
Ich habe mich erst seit gestern Abend mit der Problematik befasst, ich dachte, es wäre längst Ruhe. Wir schauen halt zusammen, was es für Möglichkeiten gibt.
Liebe Grüße Birgit

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amara
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Beitrag von amara »

Ach wie blöd... das tut mir echt leid. Sowas belastet echt... :?

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Merlin
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Beitrag von Merlin »

Hallo, ich hatte den Fall leider vor 2 Jahren selbst im Stall (privater Offenstall mit kleiner Gruppe von 6 Pferden). Meine Stute (damals 6-jährig) wurde von dem spanischen Wallach in der Gruppe massiv bedrängt, gejagt und gedeckt. 2 Tage später kam sie in die Klinik, weil sie sehr reduziert war im Allgemeinverhalten. Wiederum 2 Tage später hatte die Stute in der Klinik (zum Glück dort) schwerste neurologische Ausfallerscheinungen (Ataxie). Sie musste 2 Wochen in der Klinik behandelt werden und 6 Wochen Nachbehandlung mit Cortison-Therapie im Stall. Wir sind alle froh, dass sie das alles ohne bleibende Schäden überstanden hat. Wir haben aus dem Vorfall gelernt und nun keine gemischte Gruppe mehr. Es gab vorher nie Auffälligkeiten in der Gruppe. Dies ist ein Beispiel, wie es laufen kann, wenn alles ganz unglücklich zusammenkommt. Bis dato hatten wir auch immer gedacht, dass schon nix schlimmes passieren werde...

Ich hatte Riesenglück, weil die Situation von einer Zeugin beobachtet wurde, die den Hergang auch gegenüber der Versicherung schildern konnte. Zudem hatte ich ein Gutachten von der Klinik und der behandelnden Physio, die bestätigt haben, dass es durch die Einwirkungen auf die Hals(!)wirbelsäule meines Pferdes zu den Verletzungen und dem klinischen Bild gekommen ist. Nach langem Rumgezackere mit der Versicherung des Wallachs, hat diese den Großteil der Kosten (weit über 3.000,- EUR) getragen. Allerdings blieb ich auch hartnäckig (bin selbst Anwältin) und habe mit Klage etc gedroht. Die Versicherungen stufen dies als "ungewollten Deckakt" ein und reden sich damit heraus, dass die Stute nicht ganz unbeteiligt sei und den Wallach zum Decken "auffordere" (= mind. 50% Mithaftung des Stutenhalters). Es ist tatsächlich nicht einfach, die Versicherung auf eine 100% Haftung festzumachen. Zudem ist jeder Fall unterschiedlich zu beurteilen. Daher ist mein Fall nur ein Beispiel dafür, wie Versicherungen das handhaben. Und es braucht in jedem Fall einen Zeugen, der den Hergang des Unfall beobachtet hat.
LG Dunja

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Abeja
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Beitrag von Abeja »

Puh, üble Geschichte! Danke für diese Info.

Vielleicht sollten wir doch trennen an unserem Stall. Wäre vielleicht sogar möglich, ist aber sicherlich nicht gewünscht von den meisten. Ich denke nun ernsthaft über einen Wechsel an einen anderen Stall in eine Wallachherde nach - es wäre dann einfach in der Hinsicht Ruhe.

Jetzt während Corona ist das natürlich alles erschwert.
Liebe Grüße Birgit

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Finchen
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Beitrag von Finchen »

Abeja hat geschrieben:Sorry, hatte erst deinen Beitrag, Finchen, nicht verstanden. Ichglaube, du wolltest sagen: nicht nur für die Stuten. Ja, stimmt, wir sollten bei beiden Versicherungen nachfragen. Wobei - meistens weiß man ja nicht so genaus, wer´s gewesen ist.

Wäre aber trotzdem mal ganz Interessant. Denn beim letzten Mal, wo wir auch eigentlich wissen, welche Stute das war, die meinem die heftigen Tritte beigebracht hat, hat mich das ganze ca. 500 EUR gekostet. Ich bin ehrlich gesagt, gar nicht auf die Idee gekommen, jemanden haftbar zu machen. Ich hab das unter normales Lebensrisiko verbucht. Was bin ich doch manchmal naiv! :oops:
Heiliger Bimbam, ja, sorry, das NUR ist futsch, hat es von meinen Gedanken nicht auf die Tastatur gebracht. :? :oops:

Der Opa von meinem Darius lebte jahrelang zufrieden mit seiner Stute, bis er sie (vermutlich) trotz tragend decken wollte und ihn ein Tritt sein Leben gekostet hat, in Folge des Beinbruchs. Wenn ich das richtig im Kopf habe hat le_bai mir in dem Zusammenhang gesagt, dass das nicht so selten ist, dass es ernste Verletzungen der Hengste beim Decken/versuchten Decken gibt.
"Das Herz mit dem Verstand begreifen zu wollen, ist so ähnlich, wie mit den Ohren sehen zu wollen." Safi Nidiaye

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