Der Moderne Damensatte (Teil 1)

Rund ums Thema Pferd und die klassische Reitkunst

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Josatianma
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Der Moderne Damensatte (Teil 1)

Beitrag von Josatianma »

DER MODERNE DAMENSATTEL (Teil 1)


Der moderne Damensattel

Der „moderne“ Damensattel, wie er seit Beginn des 20 Jh., bis in die 1950er Jahre (bis zur Schließung der letzten Damensattel-Manufaktur) gebaut wurde und seit einigen Jahren von wenigen Spezial-Sattlereien auch wieder neu gebaut wird, zeichnet sich durch eine Reihe von Details aus, die eine, nach heutigen Gesichtspunkten, korrekte Position der Reiterin erlauben, sowie einen guten Sitz des Sattels auf dem Pferderücken gewährleisten. Doch dazu später mehr und zunächst einmal folgt eine Beschreibung dessen, was man beim Kauf eines Damensattels unbedingt beachten sollte:

siehe Bild 1

Sitzfläche
Die Sitzfläche sollte möglichst gerade sein und keine Senke bilden in der es sich „gemütlich sitzt“. Häufig ist die Sitzfläche aus Rau- oder Wildleder, was die Reiterin am Rutschen hindert und die Sitzposition festigt. Manche Reiterinnen geben allerdings einer Sitzfläche aus Glattleder den Vorzug. Die Sitzfläche ist von oben betrachtet asymmetrisch!

Sattelblätter
Es gibt zwei Sattelblätter. Beim linkssitzigen (nahezu alle modernen DS sind linkssitzig) Damensattel ist das linke Sattelblatt sehr groß, weil es die Auflagefläche für den rechten Unterschenkel beinhaltet. Das rechte Sattelblatt wiederum ist recht dezent und manchmal mit einem eingearbeiteten Täschchen für Regenhandschuhe und Taschentuch versehen. Es gibt Damensättel, bei denen die Gurtstrupfen auf dem Sattelblatt liegen. Man nennt das „offenes Gurtsystem“. Ein System, das leicht nachzugurten ist, es aber unter Umständen schwer macht, den Sattel optimal zum Liegen zu bringen.

siehe Bild 2

siehe Bild 3

Das Sattelpolster muss dem Pferderücken von einem speziell ausgebildeten Sattler angepasst werden! (Kontaktadressen über www.damensattel-deutschland.de). Es sollte nicht zu weich, aber auch nicht zu fest sein. Verdichtungen, die sich als „Knubbel“ erfühlen lassen, sind unbedingt zu vermeiden. Üblicherweise ist ein neues Sattelpolster mit Wollstoff überzogen und wird, wenn sich das Polster gesetzt hat und der Sattel nachgepolstert wurde mit einem speziellen Leinenstoff überzogen. Der Grund dafür ist, dass Damensättel häufiger nachge-polstert werden müssen als herkömmliche Sättel und Stoff nun mal flexibler ist als Leder. Des Weiteren lassen sich Verdichtungen im Polstermaterial leichter auflockern, da man den Stoff mit einer speziellen Art von Nadel durchbohren kann um die Wolle zu verteilen.
Sattelhörner
Der moderne Damensattel hat zwei Sattelhörner. Ein oberes, feststehendes Horn und ein bewegliches Einschraub- oder Jagdhorn. Häufig findet sich ein zweites Einschraubloch um das untere Horn in seiner Position zu verändern. Wie breit oder schmal die Hörner sind und wo sie positioniert sind, hängt vom Baujahr und Typ des Sattels ab. Erwähnenswert ist auch das so genannte Houblon-Horn (von Mayhew), ein speziell für das Springreiten entwickeltes Einschraubhorn mir einer deutlich abgerundeten Oberkante.

Balanceriemen
Der Balanceriemen dient der Befestigung des Balancegurtes, der von dort zum Balance-strupfen am langen Ortende geführt wird. Manchmal findet sich am Balancegurt eine Unterfütterung aus rutschfestem Gummi. Der Balancegurt, der den Sattel bei extrovertieren Bewegungen des Pferdes, wie im Jagdgalopp, beim Springen oder im Falle eines Bucklers in seiner Lage stabilisiert und nicht übermäßig fest angezogen wird, ist ein ca. 130 cm langer Gurt mit Schnallen an beiden Enden. Ausnahme bildet das Sefton-Gurt Prinzip (von Champion & Wilton). Hierbei ist eine Schnalle zur Befestigung des (nur gelochten) Sefton-Gurtes an der Vorderseite des langen Ortendes befestigt. Das andere Ende des Gurtes hat eine normale Schnalle und wird wie gewohnt am Balanceriemen befestigt.

siehe Bild 4


Übergurt und Befestigungslasche
Der Übergurt hindert das Sattelblatt daran zu flattern. Um bequem nachgurten zu können, befindet sich am kleinen Sattelblatt ein Gummizug mit Lederlasche und Haken, und am Übergurt (der neben oder über den Gurtstrupfen verläuft) eine Öse, in die man den Haken befestigen kann.



Vordezwiesel
Der Vorderzwiesel soll zurück geschnitten sein. Üblicherweise reicht ein Teil des flachen Sattelblattes bis nach oben und schützt so die Kleidung vor dem direkten Kontakt mit dem Widerrist des Pferdes.

Sattelkranz
Der Sattelkranz sollte entweder flach oder nur minimal hochgezogen sein. Keinesfalls darf er eine scharfe Kante bilden.

Steigbügelschloss (ohne Abb.)
Damensättel sollten ein Sicherheits-Steigbügelschloss haben. Dazu mehr im nächsten Artikel.


©Sefton, Februar 2007

Vorschau: Der moderne Damensattel (Teil 2): Sicherheit am und im Damensattel
Der moderne Damensattel (Teil 3): So passt der Sattel dem Pferd
Der moderne Damensattel (Teil 4): So passt der Sattel der Reiterin
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