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Neues Pferd - Problemkind
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Nola
User

Alter: 35

Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldedatum: 21.11.2016
Beiträge: 40
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: Sa, 26. Nov 2016 08:41    Titel: Neues Pferd - Problemkind Antworten mit Zitat

Hallo liebe Pferdefreunde!

Seit kurzem habe ich nun auch ein eigenes Pferd! Very Happy

(Ich reite schon seit über 20 Jahren und recht passabel [A-Niveau, mehr gaben auch die Pferde nie her, vorwiegend Dressur], bisher aber eben Schulpferde oder als Reitbeteiligung, und immer gerne nervöse, eilige, buckelnde, häufig eher wenig ausgebildete Problempferde. Das Heftigste war ein steigender und ständig explodierender Weltmeyer-Enkel, den ich mal ein Vierteljahr mangels Reitlehrer auf dem Hof beritten habe. Kurz: Ich bin nicht die allergrößte Dressurreiterin, aber schwierige Pferde nett reiten kann ich ganz gut. Wink )

Und theoretisch könnte alles so schön sein, wenn Stütchen nicht so ihre Probleme hätte. Okay, ich bin doof! Wer kauft auch ein ehemaliges Springpferd, halbes Vollblut, hypersensibel, das nicht ganz sauber läuft, über den Händler in den Schulbetrieb gekommen, ohne vollständige Ankaufsuntersuchung... Rolling Eyes

Aber nun ist sie meine, und ich gebe sie nicht wieder her!

Mittlerweile habe ich einen passenden Sattel (was eine Odyssee!), eine passende Reitlehrerin & Bereiterin (auch schwierig!), eine super Physiotherapeutin & Osteopatin, einen wirklich guten Hufschmied (und leider nötigen orthopädischen Beschlag), der Tierarzt scheint auch in Ordnung; kurz: ein Team aus kompetenten Leuten, die auch in die gleiche Richtung arbeiten - aber aktuell hakt es wieder überall im Pferd.

Zähne sind abgeklärt, Beine sind geröntgt und in Ordnung (wobei ich überlege, noch mal Schulter, Halswirbelsäule + Rücken checken zu lassen), aber nun hat sie sich wieder Blockaden in Hals und Rücken eingefangen... (Nicht die Schuld der Bereiterin, bei der bin ich erst seit kurzem; das stammt von vorher.)

Sie bekommt die Zeit, die sie braucht, wir versuchen, sie langfristig und geduldig aufzubauen, und insgesamt ist sie viel entspannter geworden und vom Wesen her ein sehr nettes, ehrliches Pferd. Mit Druck geht gar nichts bei ihr (im Zweifelsfalle steigt sie), und sie sagt klar bescheid, wenn was wehtut oder ihr nicht paßt (über Schnappen und Treten beim Satteln und Putzen diskutieren wir noch, ist deutlich besser geworden), aber sie verzeiht mir auch genug Anfängerfehler als Pferdebesitzerin wie Deckenschnurgewurschtel unterm Bauch und zwischen ihren Hinterbeinen etc. Sie hat keine Angst vor Traktoren und Lastwagen, aber umgestürzte Bäume sind ganz furchtbar. Und Wegkreuzungen furchtbar gefährlich. Dafür läuft sie mir mittlerweile häufig hinterher wie ein Hund und bleibt auch unangebunden neben mir stehen.

Und trotzdem möchte ich manchmal verzweifeln!

Tja, warum ich das alles erzähle? Noch mehr gute Ratschläge brauche ich eigentlich nicht (Leute, die es hinterher vorher besser gewußt haben, habe ich mittlerweile zum Fressen gern! Laughing ), aber ein bißchen Zuspruch und Austausch wäre toll! Und wenn ich mit anderen Leuten spreche oder schreibe, kennen eigentlich fast alle anfangs Probleme mit dem eigenen Pferd. Wäre ja auch langweilig, wenn's leicht wäre... aber manchmal doch ganz schön...

Wie war das bei euch mit dem ersten eigenen Pferd? Oder mit eurem jetzigen? Zahlt sich Geduld aus? Könnt ihr mir ein bißchen Mut machen?

Liebe Grüße

Nola
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Ulrike
User

Alter: 51

Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
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Beiträge: 2214
Wohnort: bei Lüneburg

BeitragVerfasst am: Sa, 26. Nov 2016 10:49    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen,


mein erstes Pferd war auch ein Schulpferd, das ich aus dem betrieb heraus gekauft hatte, in dem ich reiten gelernt hatte. Der hatte mehr körperliche Probleme resultierend aus diesem Leben in dem Betrieb.

Meine zweite Stute, die ich 2-jährig kaufte und selber angeritten habe, mit kompetentem Reitlehrer hat sich immer mehr zu einem Pferd mit Problemen ausgewachsen. Reiterlich sind wir sehr sehr weit gekommen, emotional war sie sehr schwierig und mit merkwürdigen körperlichen Symptomen gesegnet.

Ruhe, Ruhe, Ruhe war immer angesagt. Will auch sagen, Pferde haben einen Grund, warum sie etwas festhalten. Diesen Grund zu finden, kann eine Aufgabe sein. Diese Gründe zu akzeptieren und nicht persönlich zu nehmen, kann eine Aufgabe sein.
Gerade ein Pferd mit dieser Vorgeschichte wie bei Euch, hat so viele Gründe, da bringt Zeit, Ruhe und Hineinfühlen sehr viel. Sie schenkt Dir ja auch schon sehr viel Vertrauen, wie ich herauslese. Das klingt gut.


Pferde haben es mit uns Menschen ja nicht immer leicht. Unsere Aufgabe bleibt es, losgelassen zu bleiben, eine Aufgabe, die immer wider nach neuen Lösungen schreit, zumindest bei mir ist das so.


Ich freue mich auf weitere Berichte!
Ulrike
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Nola
User

Alter: 35

Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
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Beiträge: 40
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: Mo, 28. Nov 2016 07:56    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen!

Danke fürs Mut-Machen, Ulrike!

Was heißt denn "emotional schwierig" bei Deiner Stute? Hast Du sie noch?

Ja, Püppi vertraut mir immer mehr! Als sie in den Stall kam, hat sie nur geschrien (hysterisch gewiehert), niemand auf ihren Rücken gelassen, und stürmte am Strick rein und raus aus der Box, wobei sie sich auch mehrfach verletzt (aufgeratscht) hat.

Mittlerweile habe ich ein Pferd, das folgt mir willig und ruhig am Strick. Wenn ich sie vom Padock hole, kommt sie sofort an, wenn sie mich sieht, ich nehme sie am Strick, führe sie raus, und sie wartet geduldig am langen Strick hinter mir, während ich die Absperrung wieder schließe. Aufsteigen klappt häufig sogar schon mit Stehenbleiben, jedenfalls mit Leckerlie und Helfer. Wink Beim Freilaufen lassen kommt das Pferd von sich aus ständig zu mir und immer, wenn ich sie rufe und die Hand zu ihr ausstrecke. Mittlerweile können wir sogar „Fangen“ spielen mit vor ihr weg laufen, sie kommt hinterher, bleibe ich stehen, kommt sie bis an meine Schulter ran und bleibt auch stehen, geht im Trab und Schritt und auch mit Richtungswechseln, sie folgt immer besser.
Dafür zickt sie furchtbar rum, wenn ich sie vom Hof ins Gelände führen oder reiten will. Sie bleibt einfach ständig stehen und verweigert jeden weiteren Schritt - und wenn ich dann an ihr ziehe oder von oben Druck mache, steigt sie im Zweifelsfalle. Mit zweitem Pferd ist es etwas besser, aber auch schwierig! Da bin ich noch nicht schlüssig, wie ich damit umgehen soll - durchsetzen ist normalerweise so gar nicht mein Problem, aber bei dem Pferd ist Druck wirklich komplett kontraproduktiv. Mit viel Zeit und ohne Gezerre an ihr kommen wir dann auch weiter, aber es ist mühselig! Sie reißt den Kopf hoch und wittert, wirkt aber nicht eigentlich nervös oder ängstlich, aber sie will absolut nicht weg vom Hof. Auf unbekannten Wegen und dem Rückweg ist dann alles prima.
Hat jemand dazu vielleicht eine Idee?

Liebe Grüße

Nola
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FNB
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Alter: 43

Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
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Beiträge: 806
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BeitragVerfasst am: Mo, 28. Nov 2016 08:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nola, bei dem Problem mit dem Verlassen des Hofes würde ich mit Clickertraining anfangen. Ist in meinen Augen eine sehr passende Methode und nur mit positiver Verstärkung verbunden.

Wie lange ist denn Dein Pferd jetzt schon bei dir?

LG FNB
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xelape
Moderator

Alter: 43


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Beiträge: 3047
Wohnort: LK Starnberg

BeitragVerfasst am: Mo, 28. Nov 2016 08:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nola,

so ist das wohl mit "neuen" Pferden... da hilft einfach nur Zeit, Zeit, Zeit und freundlich konsequent immer wieder Schritt für Schritt vortasten.
Sich nicht entmutigen lassen, wenn es mal wieder einen Schritt zurück geht - sondern das nicht persönlich nehmen und ruhig weiter machen.

Ich habe auch seit März eine "neues" junge Pferd - und kann deine Sorgen gut nachvollziehen. Ging und geht es mir doch immer wieder auch mal so.
Dass man entmutigt ist und sich fragt, warum man sich "das" alles antut

Aber so ganz nebenbei, merkt man dann was doch "geht", was ein paar Wochen/ Monate vorher nicht ging.

So waren wir gestern Abend im Stockdunklen mit einem schwierigen ängstlichen Stallkumpel spazieren.
Ich habe nur das Halfter drauf getan (sonst immer mit Kappzaum) und mein Schimmelchen ist einfach artig am lockeren Strick neben mir her. Ich konnte ihn rechts führen (das ging zu Beginn nicht) und als der Kumpel gehüpft ist hat sich ganz auf ich konzentriert und wir waren beide tiefenentspannt. Confused

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Nola
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Alter: 35

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BeitragVerfasst am: Mo, 28. Nov 2016 08:51    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen!

@ FNB:

Ich finde Klickern ganz toll - bei Anderen. Laughing Ernsthaft, das ist gar nicht meine Methode. Man soll sich selbst ja einschätzen können, und das sauber zu erlernen und konsequent auszuführen, da weiß ich jetzt schon: da habe ich nicht die Muße und auch nicht die Lust zu. Trotzdem danke!

Ich habe die Kleine jetzt etwa 7 Wochen, also wirklich auch erst kurz.


@ Xelape:

Danke auch Dir! Also ist das normal, ja? Wink
Toll, was Du von Deinem erzählst!

Im Dunkeln sind wir übrigens schon seelenruhig quer übers Hofgelände gelaufen - und am Tage blockiert sie dann plötzlich wieder beim gleichen Weg in die Halle. Ich möchte wissen, was sie sieht! Häufig sind Dinge aus der Entfernung nämlich abschreckend für sie, sind wir aber erst mal Schrittchen für Schrittchen rangekommen und nur noch ein paar Meter entfernt, marschiert sie zügig, aber unaufgeregt daran vorbei.

Das verwirrt mich ja so: sie ist an und für sich zwar ein sensibles (Blüter eben), aber nicht nervöses, schreckhaftes oder ängstliches Pferd. Ich bin ihr auch schon mit Zeltplanen gekommen - einmal geschaut, einmal reingebissen, dann war gut. Laughing Sie lernt also durchaus und erschreckt sich auch nicht wie manche Pferde immer wieder in der gleichen Ecke in der Halle; das komische neue Ding (Stuhl o. ä.) wird einmal beschnuppert, angeknabbert, und fortan haben wir das Thema nicht mehr.

Das hieße, sie bleibt stehen, weil sie die Situation nicht einschätzen kann und tendenziell deswegen Streß hat, will deswegen auch nicht wieder dorthin, wo bekannterweise Streß ist (bekannte Waldwege), sondern zurück auf den Hof? Also muß sie lernen, mir soweit zu vertrauen, daß sie meiner Einschätzung der Situation vertraut und mir folgt?

Dann bleibe ich "einfach" weiter mit viel Gelduld dran... und probiere weiter aus. Ich lasse ihr auch draußen die Möglichkeit, sich umzuschauen, setze mich auf gefährliche Baumstümpfe (und hole mir einen nassen Hintern) und versuche ihr klarzumachen, daß alles komplett harmlos ist. Einmal hatten wir so tatsächlich schon mal einen ruhigen Spaziergang mit Grasen unterwegs - am nächsten Tag kam ich wieder naßgeschwitzt zurück auf den Hof...

Ich führe sie übrigens auch von beiden Seiten - nimmt sie sehr gut an!


LG Nola
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Ulrike
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Alter: 51

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BeitragVerfasst am: Mo, 28. Nov 2016 09:08    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen,

meine schwierige Stute lebt leider nicht mehr. Damals habe ich das nicht verstanden, warum sie immer schwieriger wurde, heute weiss ich es im Grunde auch noch nicht.
Sie war so etwas, was ich als autistisch bezeichnet hätte, wir waren ein tolles team, sie hatte aber immer, also immer in allen Situationen "schlechte Laune".
Sie hat nie etwas getan, die Ohren waren immer hinten. Heute nehme ich an, das sie Dauerschmerzen hatte, so neuralgischer Natur das am ganzen Körper.


Zu Deiner Stute: sie scheint sich doch gut zu machen, lass ihr mehr Zeit. Meine Idee wäre noch, sie in immer grösser werdenden Bögen um den Hof auszuführen oder auszureiten. So, immer kurz unter der Widerstandsgrenze.
Meist steckt in diesen Pferden Gold.


LG Ulrike
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Nola
User

Alter: 35

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BeitragVerfasst am: Mo, 28. Nov 2016 09:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ulrike,

das tut mir leid mit Deiner Stute!

Ich hoffe auch, daß meine Kleine nochmal ein richtig tolles, verläßliches Reitpferd wird!
Problem bzgl. Widerstandsgrenze: Die ist noch auf dem Hof mit Übergang ins Gelände am Größten; je weiter wir weg sind, desto weniger Widerstand.

Aber dann bekommt sie eben ihre Zeit. Ich will sie auch nicht überfordern; klingt jetzt viel, aber so viel mache ich gar nicht mit ihr und auch lange nicht jeden Tag Gelände.

Danke und bis später!

LG Nola
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xelape
Moderator

Alter: 43


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Beiträge: 3047
Wohnort: LK Starnberg

BeitragVerfasst am: Mo, 28. Nov 2016 10:01    Titel: Antworten mit Zitat

7 Wochen ist nichts...
Man hört und liest ja immer wieder dass mindestens ein Jahr dauert bis man halbwegs ein Team ist... also lehn dich entspannt zurück und gib ihr Zeit Very Happy

_________________
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Josatianma
Admin



Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
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Wohnort: Reichshof

BeitragVerfasst am: Mo, 28. Nov 2016 10:32    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Dafür zickt sie furchtbar rum, wenn ich sie vom Hof ins Gelände führen oder reiten will. Sie bleibt einfach ständig stehen und verweigert jeden weiteren Schritt - und wenn ich dann an ihr ziehe oder von oben Druck mache, steigt sie im Zweifelsfalle.


Wir haben vor 7 oder 8 Jahren ein Springpferd für meinen Sohn gekauft. Beim Probereiten superbrav, aber in katastrophalen Zustand. Aber mein Sohn hat sich verliebt. Pferd kam auf den Hof. Zur ersten Springstunde sind wir fast nicht gekommen, da wir dafür eine Straße überqueren mussten. Das war aber schon zu weit vom Stall weg entschied das Pferd. Wenn ich dann geführt habe ging es. Anfangs war das Aufsteigen Horror für mich. Das Pferd stand ständig auf zwei Beinen. Hier haben wir mit zwei Leuten gearbeitet. Einer füttert das Pferd, der andere schmeißt das Kind in den Sattel. Ausritte mit anderen Pferden gingen mit der Zeit. Nach einem Stallwechsel bin ich mal in einer Gruppe mit meinem Sohn ausreiten gegangen. Da hatten wir den Schimmel ca. 2 Jahre und bin tausend Tode gestorben. Schimmel ging vorne hoch, hinten hoch, mein Kind saß lachend drauf. Nun hat sich dieser Schimmel zu einem tollen Pferd entwickelt. Er geht alleine auch mit seinen RBs ins Gelände. In der Halle ist er eine Lebensversicherung. Aber es hat Zeit gebraucht.

Anderes Beispiel: "Mein" erstes Pferd. Lief auch in einem Schulbetrieb. Irgendwann hat er dicht gemacht. Es kam keiner mehr in die Box - außer mir. Nach eine Fuchsjagd war er platt und sollte verkauft werden. Ein Freund von mir hat sich damals erbarmt. Wir haben das Pferd in einen anderen Stall gestellt und ihm Zeit gegeben. Er wurde ein tolles Pferd mit dem man durch dick und dünn gehen konnte. Aber auch er brauchte Zeit.

Gib euch einfach Zeit. Hör nicht auf die Stimmen, die dir erzählen, dass das nichts wird. Geduld, Zeit und Ruhe und dann wird das sicher etwas. Aber rechne in der Zeit mal eher in Jahren und nicht in Wochen oder Monaten.

_________________
Liebe Grüße, Sabine

Ideale sind wie Sterne, man kann sie nicht erreichen, aber man kann sich an ihnen orientieren

"Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt" Mahatma Gandhi
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Naima
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Alter: 38

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Wohnort: CH, Bottmingen, nähe Basel

BeitragVerfasst am: Mo, 28. Nov 2016 12:23    Titel: Antworten mit Zitat

ich habe meine lusi-stute jetzt ca eineinhalb jahre, gekauft im juni 2015 mit import aus portugal. es war eine lange zeit, eine teilweise auch harte zeit mit zweifeln daran, ob sie wirklich zu mir passt, aber so langsam denke ich, dass sie angekommen ist, gesamthaft. am anfang habe ich ca drei monate nichts gemacht, ausser ein bisschen schritt führen, da sie noch etwas ausheilen musste. sie war vom charakter her da noch sehr verschlossen und introvertiert. aber immer angenehm zu händeln. als ich dann anfing, langsam mehr zu machen, longieren, kurz reiten, war es sehr mühsam, weil da gar nichts an vorwärts kam. ich hab dann noch ein pflegepferd gehabt und so blieb sie auf der seite...im nachhinein vielleicht gut oder auch nicht, ich kann es nicht sagen. es hat sich aber einiges geändert in der zwischenzeit.

wir werden langsam immer mehr ein team, wir lernen uns immer besser kennen, das ist gegenseitig. sie lernt immer mehr, was ich von ihr erwarte und ich freue mich über fortschritte. sie klebt und damit umzugehen musste ich auch erst lernen. aber es geht schrittchenweise voran. sie wird auch reaktiver am bein. sie guckt die sachen draussen nur noch an, aber läuft trotzdem weiter, anstatt stehen zu bleiben und umzukehren (in millisekunden, ist ja schliesslich ein lusi!)
sie scheint freude am vorwärts zu entwickeln.

was ich gelernt habe: kauft man ein pferd neu, ist es eine wundertüte und es kommen so viele neue sachen zum vorschein. und das zweite: es braucht zeit, ich würde einem neuen pferd mindestens ein jahr geben, bis man wirklich anfangen kann, von team und angekommen zu reden. meine persönliche erfahrung mit einem pferd, das importiert wurde.

_________________
Mistral ist ein töltender Traber. Nun nehmen wir seit einigen Jahren klassischen Unterricht. Diagnose Kissing Spines am 18.08.2014. Wir werden sehen, was wird.
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Ulrike
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BeitragVerfasst am: Mo, 28. Nov 2016 16:54    Titel: Antworten mit Zitat

Ob ich hier nun das einstellen darf?

http://www.easenses.de/single-post/2016/11/26/Vom-Ja-zum-Nein-eines-Pferdes-und-wieder-zurück

Es beschreibt genau dieses Problem der Aufgeschlossenheit-bzw. Abgeschlossenheit im Leben eines Pferdes.

Und den Grat, das zu verhindern bzw. wieder zurück zur Aufgeschlossenheit zu kommen.



LG Ulrike
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Abeja
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Beiträge: 2163
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BeitragVerfasst am: Mo, 28. Nov 2016 17:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nola, ich staune, was bei euch nach 7 Wochen schon alles geht! Wenn ihr in diesem Tempo weitermacht, wird deine Stute ein ganz tolles Pferd. Du brauchst hauptsächlich Gelassenheit und Geduld, und natürlich vor allem ganz viel Liebe für sie.
_________________
Liebe Grüße Birgit
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littlesheep
User

Alter: 43

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Beiträge: 18
Wohnort: Bremervoerde

BeitragVerfasst am: Mo, 28. Nov 2016 17:47    Titel: Antworten mit Zitat

Meine Stute ist jetzt 8 Jahre alt, habe sie mit 2 Jahren und 10 Monaten gekauft. Sie ist Zweitpferd zu meinem Lewitzer (wird 23), vorher hatte ich einen großen Hannoveraner (übernommen mit knapp 17). Sie ist Reitpony-Hannoveraner-Mix mit 154 cm, viel Vollblutanteil - und ein Mädchen. Durch und durch. Sie ist Prinzessin in jeder Hinsicht - hypersensibel, extrem intelligent und schnell im Kopf, sehr schnell hysterisch.

Wir hatten auch diverse Probleme, Zähne, Sattel, Rücken, Beine, Nerven etc. pp - alles was man sich "wünscht". Und ja, ich habe es im Grunde vorher geahnt, aber die Kaufentscheidung hatte irgendwo auch Gründe. Nicht zuletzt weil ich irgendwas in dem Pferd gesehen habe, was mich davon überzeugt hat, die kann mal richtig gut werden. Ich habe sie weitgehend allein ausgebildet (was super ist bei einem Pferd dieser Art, wenn man das allein noch nie gemacht hat - allerdings hatte sie dadurch auch sehr viel Zeit, was sicher gut war).

Zwischenzeitlich auch mal der Gedanke an verkaufen, weil ich das Gefühl hatte, wir kommen nicht mehr voran - vom Boden und im Umgang alles super, aber reiten? Uff. Jetzt mittlerweile können wir endlich ernsthaft anfangen zu arbeiten, haben schon Dressurlehrgänge (wir haben immer Irene Raab-Hinrichs und Thomas Ritter bei uns, dazu eine mobile Trainerin aus der Umgebung zwischendurch) mitgemacht und es wird immer besser. Für das Alter könnte man sagen ist das Pferd nicht wirklich weit - wenn man aber weiß wo wir angefangen haben, dann auf jeden Fall weiter als ich zwischendurch gedacht habe.

Was bei uns enorm geholfen hat, gerade in den letzten Wochen und Monaten noch wieder - Arbeit an der Hand. Von Anfang an viel Bodenarbeit in Richtung Horsemanship gemacht, viel an der Longe gearbeitet, wenig unterm Sattel und jetzt halt klassische Bodenarbeit mit viel Seitengängen, Stellung und Biegung erarbeiten, Anlehnung etc.

Es wird immer ein kompliziertes Pferd bleiben (schön wenn sich die Experten so einig sind Shocked Razz ), aber inzwischen haben wir das überwiegend im Griff und können relativ kontinuierlich arbeiten.
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Kiruna Karmina
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Alter: 59

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Beiträge: 740
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BeitragVerfasst am: Mo, 28. Nov 2016 18:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nola,

ich kann mich nur einreihen.
Es dauert mindestens einige Monate, das Vertrauen eines neuen Pferdes zu erwerben. Bei manchen sogar Jahre.

Hast Du bei Dir die Möglichkeit, Bodenarbeit/Freiarbeit/Handarbeit/Führtraining zu erlernen? Das ist eine große Hilfe, gerade zum Einstieg.

Beim Führen bitte NIE am Strick ziehen. Das versteht ein Pferd nicht. Den Strick nur lose in die Hand legen und mit einer langen Gerte (z.B. Tellington-Gerte oder Bodenarbeits-Stick mit Schlag) mit nach hinten gerichtetem Arm auf der Gegenseite in der Schenkellage oder weiter hinten nachtreiben. Der Strick soll überwiegend durchhängen.
Auch langsamer werden oder anhalten immer über Körpersprache, anfangs auch durch Halten der Gerte vors Pferd (oder Auf-Ab-Bewegen vor dem Kopf. Zu Beginn ist es manchmal auch nötig, mit einer Drehbewegung vor das Pferd zu treten). Das spart Kraft und ist fürs viel Pferd klarer. Lass Dir die verschiedenen Führpositionen zeigen und lerne, sie gezielt anzuwenden. (Au weia, das sind jetzt ja doch Tipps.)
Zum Weitergehen nach dem Stutzen des Pferdes hilft manchmal außer Nachtreiben auch, wenn Du Dich im Moment des Vortretens etwas nach vorn neigst. Als wenn Du selber ein Pferd wärst, das gerade noch gesichert hat und nun beruhigt Kopf und Hals "fallen lässt" um weiter zu gehen. Überhaupt könnte es helfen, Spannung aus Deinem Körper zu nehmen und in stressigen Situationen betont "schlurfig" zu gehen. Manche Pferde spiegeln das verblüffend.

Was ich prima finde:
Du hast schon festgestellt, dass es gut ist, Deiner Stute Neues in Ruhe zu zeigen. Das ist immer gut und sinnvoll. Manche Pferde müssen sich mit mehreren Sinnen mit solchen Dingen auseinandersetzen, also sehen, schnuppern, anstupsen, lecken, ankauen usw. Das erlaube ihr ruhig, wenn das möglich ist. Es kommen noch genug Situationen, wo das nicht geht, weil man z.B. nicht nah genug dran kommt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Pferde beim nächsten mal ganz anders mit dem Schreck-Gegenstand umgehen, den sie bei letzten mal intensiv und "mehrgleisig" verarbeiten konnten.
Neue Pferde kann man gut auf Spaziergängen kennen lernen. Wie schon empfohlen, kannst Du nach und nach Euren Aktionsradius vergrößern.

Du bist schon auf einem guten Weg. Weiter so!
Nach und nach wird das Vertrauen so wachsen, dass das Verarbeiten immer schneller geht und gar nicht mehr aller Sinne bedarf.
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