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Pferd erziehen und massregeln
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Nola
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BeitragVerfasst am: Fr, 02. Dez 2016 16:31    Titel: Pferd erziehen und massregeln Antworten mit Zitat

Hallo ihr Lieben!

Ich habe ja nun seit kurzem ein Pferd, und so lieb Stütchen meistens im Umgang ist, so zickt sie doch manchmal rum.

Stichwort: Satteln und unter dem Bauch putzen. Tja, und dabei schnappt sie schon auch mal und - was mich mehr nervt und stört - angelt mit dem Hinterbein.

Satteln ist (mit passendem Sattel) viel, viel besser geworden - Thema ist eigentlich durch, und sie hat bisher eigentlich wenn, dann auch nur in die Luft geschnappt. Da reicht dann ein scharfes "Nein", und gut ist.

Unterm Bauch putzen... das Thema ist leider noch nicht durch. Es betrifft eine einzige Stelle, überall sonst darf ich, auch innen an den Hinterbeinen, sie hält still, wenn ich ihr die Deckengurte anfummel, also an und für sich darf ich komplett an sie ran. Mittlerweile habe ich ein gutes Auge dafür, wann sie das Bein heben will, und wenn mein "Nein" rechtzeitig kommt, kann ich die Aktion auch im Keim ersticken, putze rüber, lobe, und gut ist.

So, um nun zum Kern zu kommen: Ein strenges "Nein" wird akzeptiert - wenn ich aber in Pferdesprache reagiere und körperlich energisch werde, packt sie noch eins drauf. Einmal hat sie doller geschnappt, da habe ich mit der Hand sozusagen "zurückgebissen" (nicht gehauen, sondern gegen Hals/Schulter gekniffen-geknufft) - daraufhin hat richtig nach mir gebissen (nicht getroffen, aber das war ernster). Das fand ich nicht so witzig.

Gleiches mit dem Beinheben und auch mal wirklich treten - da hat sie sich auch schon mal einen Knuff in die Rippen von mir eingefangen, und daraufhin trat sie noch mal richtig nach mir.

Aktuell vermeide ich solche Situationen, erkenne möglichst schon die Anfänge und maßregele nur mit Stimme. Es endet auch regelmäßig und immer damit, daß ich auch alle Stellen unterm Bauch putze. Ich nehme dann den Druck raus und lasse meine Hand ruhig auf der Stelle liegen, dann noch zwei Bürstenstriche ohne Beinheben und fertig.

Trotzdem bin ich zwiespältig. Sie ist auch beim Reiten kein Pferd, mit dem man kämpfen sollte, dann schaukelt sie sich nämlich hoch. Wir machen viel Vertrauensarbeit am Boden und lernen beide dabei - wir haben uns ja gerade erst mal zwei Monate.

Kurz, meine Frage ist: einfach weiter mit Stimme maßregeln und körperliche Auseinandersetzungen mit ihr vermeiden? Generell etwas anders machen?

Liebe Grüße und Danke schon mal für eure Ideen!

Nola
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stumar
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BeitragVerfasst am: Fr, 02. Dez 2016 21:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nola,
ich würde immer versuchen körperliche Auseinandersetzungen zu vermeiden/zu umgehen. Es hat ja einen Grund warum sie so reagiert.
Satteln/Putzen am Bauch können auch durch Magengeschwüre einfach schmerzhaft sein.

lg
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Finchen
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BeitragVerfasst am: So, 04. Dez 2016 09:15    Titel: Antworten mit Zitat

Bauchweh war auch mein erster Gedanke.

Und der zweite: wenn du weißt, dass Stuti dich nicht ernst nimmt, ist mein Rat nicht weiter alleine diverse Tricks und Ratschläge ausprobieren, da das schlicht ein nicht geringes Gefahren Potenzial bedeutet! Es hilft nicht bestimmte Handlungen zu praktizieren, wenn sie nicht authentisch sind. Dann nimmt Pferd sie nicht ernst. Da zeigt sich dann in der Reaktion wie die Beziehung zueinander ist.

Sollte es nicht geschehen sein würde ich als erstes mit kundigem Behandler oder Fütterungsexperten definitiv ausschließen, dass Bauchweh vol welchem Organ auch immer ausgehend vorliegt. Nicht wirklich ausreichende Heufütterung und/oder überzogene Kraftfutterration können schneller großen Schaden anrichten, als schön ist, und Regeneration ist teils sehr langwierig.

Anschließend empfehle ich eine gute Unterstützung durch eine/n TrainerIn. Der Ansatz in pferdegerechtem Umgang zu kommunizieren ist super, aber es hilft nichts wenn derjenige mit Droh- oder Korrekturgesten agiert, dessen natürliche Präsenz nicht den entsprechenden Respekt des Pferdes schon erlangt hat. Die wird man dann nicht über derlei Maßnahmen erlangen können. Erst muss das Level der Beziehung geklärt werden, dann kann so ein Verhalten die Nuancen im Miteinander begleiten, diese Reihenfolge ist auch bei Pferden untereinander gegeben.

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"Das Herz mit dem Verstand begreifen zu wollen, ist so ähnlich, wie mit den Ohren sehen zu wollen." Safi Nidiaye
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Fleury
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BeitragVerfasst am: So, 04. Dez 2016 11:32    Titel: Antworten mit Zitat

Davon abgesehen, dass ich auch auf ein Unwohlsein welches in die Bauchregion ausstrahlt ausgehe, darf es im Umgang möglichst nicht auf ein Kräftemessen hinauslaufen, denn dann zieht der Mensch immer den Kürzeren.
Wenn also die Reaktionen vermeidbar sind, warum nicht die Gegebenheiten verändern und umgehen. Zumindest erst einmal, bis ihr mehr zueinander gefunden habt und Du In Deinem Handeln mit ihr sicherer geworden bist.
Das heißt nicht, dass Du das Pferd nicht mehr am Bauch putzen sollst, sondern vielleicht einen Umweg gehst. Denkbar wäre z.B. das Pferd an Abstreichen mit den Händen zu gewöhnen, gerne mit locker hängendem Strick unangebunden und bei Futterlob (weil abgelenkt und entspannt durchs Kauen) langsam und mit Gefühl der Bauchregion nähern.
Irgendjemand schrieb im anderen Thread, das man im Toleranzbereich bleiben soll, das finde ich persönlich sehr wichtig und diesen langsam ausweiten, von mal zu mal, das schafft Vertrauen.
Oft handelt es sich um ein manifestiertes Verhalten, die Ursache und evtl der Schmerz sind vielleicht längst nicht mehr da (im günstigsten Fall der schlecht sitzende Sattel) trotzdem sitzt der Schmerz oder die Erwartung an diesem im Kopf.
Nur mal ein paar Ideen, was man verändern kann im Umgang: die Putzreihenfolge ändern, weiche Bürsten verwenden, evtl für den Bauch nur ein Tuch, den Vorgang des Sattelns ausweiten (erst Decke, dann vielleicht Hufe vorne kratzen oder anheben oder Pferd abstreichen oder eine Übung vordern.... Dann den Sattel auflegen evtl mal vorsichtig von der anderen Seite probieren, das ist für viele Neuland,. Evtl den Hals abstreichen, massieren o.Ä. Dann Loch für Loch Gurten... Unser Wbsenior hat ein ganz ähnliches Problem wie Deine Maus und ihm hilft es wenn er vor dem Angurten ein Leckerlie bekommt, das beugt dem Verkrampfen vor.
Probiere mal aus, ob sie nach der Arbeit entspannter ist an der Bauchdecke, dann könntest Du sie nachher dort reinigen.

Ansonsten, man möge mich steinigen, sind meine Maßregelungen meinen Pferden gegenüber immer sehr! deutlich, direkt und schnell.
Dafür kommt das auch sehr selten vor Wink
Wie alt ist Dein Mädel eigentlich?
LG
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Finchen
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BeitragVerfasst am: So, 04. Dez 2016 11:58    Titel: Antworten mit Zitat

Oha... da fällt mir noch ein:
auch wenn erziehen und Verhaltenskorrektur in "pferdisch" ineinander greifen, sind es doch zwei paar Schuhe.

@Fleury: steinigen? Eher fürs Gegenteil. Wink



Und egal ob lasch oder knackig - was nicht authentisch ist läuft Gefahr zum Rohrkrepierer zu werden. Das ist denke ich die größte Gefahr aufgrund der unterschiedlichen Reaktionsmöglichkeiten der Pferde.

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Julia
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BeitragVerfasst am: So, 04. Dez 2016 18:02    Titel: Antworten mit Zitat

Finchen hat Folgendes geschrieben:


Und egal ob lasch oder knackig - was nicht authentisch ist läuft Gefahr zum Rohrkrepierer zu werden. Das ist denke ich die größte Gefahr aufgrund der unterschiedlichen Reaktionsmöglichkeiten der Pferde.


genau das ist es. Wenn ich ein Pferd maßregel, dabei aber schon ein wenig Angst habe vor der Reaktion und im Vorfeld schon befürchte der Sache nicht ganz gewachsen zu sein - dann wird das nichts.

Ich reagiere aus dem Bauch raus: schnell, klar und gut.

Das ist aber eine Sache die ganz unabhängig von der Bauch - Sache mal angeschaut werden sollte. Zum Bauch, wurde sie nach dem unpassenden Sattel mal osteopathisch durchgecheckt? Oft hinterlässt sowas langwierige Spuren die nicht einfach durch einen passenden Sattel gelöst werden sondern behandelt werden müssen.

Die langsam-Methode finde ich auch gut. Töchterleins Pony hatte extremen Gurtzwang als sie zu uns kam und ließ sich nur ungern am Bauch anfassen und putzen. Sie reagierte nicht so heftig zeigte aber deutlichen Unmut. Wir haben sie behandeln lassen (in dem Fall war es ein Problem mit dem Brustbein) und unendlich viel Zeit fürs satteln und angurten gegeben. Ausserdem hat Töchterlein auch nur mit ganz weichen Bürsten, Bauchkraulen, ruhigen Streichbewegungen, und kleinen Massagen das Problem gelöst.

_________________
Liebe Grüße, Julia
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sinsa
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BeitragVerfasst am: So, 04. Dez 2016 20:18    Titel: Re: Pferd erziehen und massregeln Antworten mit Zitat

Nola hat Folgendes geschrieben:
Ein strenges "Nein" wird akzeptiert - wenn ich aber in Pferdesprache reagiere und körperlich energisch werde, packt sie noch eins drauf.


Obwohl ich sehr sicher nicht zur Gurkentee und Bastmatten Fraktion gehöre, ist mir neu das "körperlich energisch werden" gleichbedeutend mit Pferdesprache sein soll.
Dazu ist mir unklar, wozu es dienen soll ein Pferd, das ein klares Nein akzeptiert, darüber hinaus zu schlagen oder sonstwie körperlich übergriffig zu werden.
Vertrauen zum Tier schaft man, indem man auf seine Äußerungen des Unwohlseins eingeht und wenn möglich die Ursache abschafft. Macht man das und erlaubt dem Tier gleichzeitig mit kleinen Signalen auf sein Unwohlsein aufmerksam zu machen, kann man sich eine gute Form der Kommunikation erarbeiten.
Draufschlagen bedeutet hingegen exakt das Gegenteil.
Das Pferd sagt bescheid, dass es Probleme hat, der Mensch ignoriert das, also bleibt dem Tier nichts anderes als nochmals deutlicher darauf hinnzuweisen. Das ist eine Spirale ins Abseits. Da das Pferd schon jetzt deutlich zeigt, dass es sich in die Ecke gedrängt fühlt und keinen Ausweg sieht, ist es zudem auch im Hinblick auf die eigene körperliche Unversehrtheit, das dümmste was man machen kann.

Körperliche Gewalt ist ohnehin immer die dümmste aller Lösungen und sie macht in diesem Fall nicht mal Sinn.
Zum einen haben Pferd und Besitzer hier noch gar keine belastbare Vertrauensbasis und zum anderen ist es völlig egal, ob das Tier hier tatsächliche Schmerzen hat oder nur so reagiert, weil es bisher "gelernt" hat, dass Satteln/Berührung am Bauch immer mit Schmerz oder mindestens Unwohlsein verbunden war.
In beiden Fällen ist körperliche Verwarnung falsch.
Richtig ist:
A) ausgiebiges Nachforschen ob Schmerzen der Auslöser sind
B) Wenn man ganz sicher ist, dass diese nicht mehr vorhanden sein können, kann man beginnen umzukonditionieren.
C) Das dauert!!!!
D) Das kann u.U. auch Jahre dauern! Bzw. einen für den Rest des Lebens in sehr abgeschwächter Form begleiten.
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Ovid
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BeitragVerfasst am: So, 04. Dez 2016 20:35    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht bin ich da zu naiv und rustikal, aber an sich scheint es bei Dir, Nola, doch gut zu laufen?

Du hast erkannt, wo genau Deine Stute sich nicht gerne berühren lässt, Du betreibst Ursachenforschung (siehe Dein anderer Thread), und Du hast einen Weg gefunden, wie Du mit ihr jetzt klarkommst, um sie am Bauch putzen zu können (mit Stimme maßregeln). Ist doch super, ich würde da jetzt einfach genau so weitermachen.

Du weißt jetzt, dass irgendwelches Geknuffe bei Deiner Stute nichts bringt und sie nur verärgert. Das ist doch eine wertvolle Erkenntnis, dann lässt Du das eben bleiben. Für mich gehört das zum "Zusammenwachsen" mit einem neuen eigenen Pferd dazu, dass man lernt, was genau dieses Pferd mag und nicht mag, und dass man sich auch in gewissem Maße darauf einstellt.

Ich wünsche Dir weiter ein gutes Zusammenwachsen mit Deiner Stute!
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Nola
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BeitragVerfasst am: Mo, 05. Dez 2016 12:52    Titel: Antworten mit Zitat

Danke euch allen für euer Feedback!

Ich fange mal hinten an: ich denke an und für sich auch, daß wir auf einem guten Weg sind! Zum Glück werden wir mittlerweile von einer sehr guten, feinfühligen Trainerin begleitet. Physio ist auch regelmäßig dran, Hufschmied ist sehr zufrieden mit der Entwicklung, gut passender Sattel ist ja nun auch drauf...

Ich bin manchmal nur sehr verunsichert, weil es a) mein erstes Pferd ist und ich einfach nichts falsch machen will und b) es eines der sensibelsten Pferde ist, mit denen ich bisher zu tun hatte. Das klingt hier vielleicht manchmal anders, weil ich so frage, aber ich habe von klein auf mit Pferden zu tun und reite nun auch schon über 20 Jahre meist mehrmals in der Woche... Wink

Ich denke auch nicht, daß sie mich nicht respektiert; ich mache ja alles mit ihr, und manches lernen wir eben gemeinsam. Ich trete ihr gegenüber auch nicht unsicher auf; nur solange ich eben nicht weiß, ob wo was weh tut, sie Angst und/oder schlechte Erfahrungen hat, gehe ich sie nicht zu forsch an. Und an und für sich ist sie ein wirklich nettes Pferd, läuft mir wie gesagt mittlerweile meist hinterher wie ein Hund, ich kann sie unangebunden neben mir stehen lassen, beim Freilaufen lassen kommt sie immer wieder zu mir (das alles auch ohne Leckerlis) - aber manchmal ist sie eben selbst unsicher und sicherlich auch noch nicht 100%tig erzogen.

Da arbeite ich eben dran. Ich will sie ja nicht schlagen! (Ich schlage prinzipiell nicht mit der Hand nach dem Pferd, erst recht nicht Richtung Maul!) Meine erste, instinktive Reaktion, als sie nach mir mit dem Hinterbein trat, war eben mal, daß ich sozusagen zurücktrat, also knuffte (nicht mit dem Fuß!), und bei sowas gibt sie dann eben nicht klein bei, sondern tritt noch mal, aber dann richtig. Sie hat auch schon nach dem Sattler und der Physio getreten - also sie sagt deutlich bescheid, wenn ihr was nicht paßt. Und das fand ich bedenklich, deswegen habe ich nachgefragt. Kurz, mein Gedanke war: ich will mein Pferd nicht schlagen oder gewalttätig maßregeln, aber wenn ich sie knuffe, soll sie nicht zurücktreten (kenne ich sonst auch von Pferden nicht). Aber dann ziehe ich die Frage hiermit zurück und bleibe weiterhin bei Ruhe und Stimme, und gut ist. Danke!

Bauchschmerzen glaube ich übrigens nicht, behalte ich aber im Auge und bespreche ich auch noch mal mit Arzt und Stallpersonal. Sie läßt sich ja putzen, ich fasse sie auch überall unter dem Bauch an, und wenn sie motzt, dann beharre ich geduldig darauf, daß sie mich sanft streicheln und putzen läßt. Gurten mache ich auch nach dem Verfahren Loch für Loch, viel loben, Leckerchen zwischendrin, und meist legt sie nicht mal mehr die Ohren an. Bei ihr scheinen wirklich eine Menge negative Erinnerungen abgespeichert zu sein.

Irgend jemand hatte gefragt: sie ist 10 und kommt aus dem Springsport. Für M und drüber hat es wohl nicht gelangt. Viel mehr weiß ich nicht.

Also danke noch mal!

Liebe Grüße

Nola
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Colloid
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BeitragVerfasst am: Mo, 05. Dez 2016 13:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nola,
Zuerst herzlichen Glückwunsch zum Pferd, ich denke du musst nicht so unsicher sein du machst schon vieles richtig, was sich auch daran zeigt, wie sehr ihr schon zusammengewachsen seid.
Zur "Pferdesprache":
Es gibt da sehr feine Nuancen und Abstufungen je nachdem wie souverän ein Pferd ist.
Beispiel: In der Herde kommt ein ranghohes Pferd und möchte, daß ein weniger ranghoses Pferd zur Seite geht.
1. am souveränsten: keine Drohung, das rangniedrigere Pferd weicht aus, weil "da kommt der Chef"
2. angedeutete angelegte Ohren
3. angelegte Ohren
4. Drohgebärde: keine Ohren mehr; Steigerung erhobener Kopf --> gefletschte Zähne (da ist eigentlich schon lange "Polen offen")
5. kurzes beherztes Zubeißen (allerletztes Mittel)

Du siehst, je souveräner ein Pferd ist, desto weniger "Aufregung" braucht es. D.h. auch dein Pferd hat dir gedroht und du hast mit Gewalt reagiert: du warst weniger souverän, als dein Pferd, ALSO haut sie zurück.
Sie akzepiert dich wenn du souveräner bist (dein "Nein"), du musst nicht mal richtig Drohen, um das Gewünschte zu erreichen. Irgendwann wird ein "böser" Blick reichen... ;o)

Wichtig ist ihr Unwohlsein nicht zu ignorieren, je "leiserere" Wortmeldungen von ihr du "zur Kenntnis" nimmst, desto leiser wird ihre Wortmeldung. Und zur Kenntnis nehmen heisst nicht, daß du ihr Wünsche (in dem Fall den Bauch in Ruhe lassen) erfüllen musst. Manchmal reicht es einfach "Ich weiß, aber da musst du jetzt durch" zu sagen und ich meine wirklich sagen und auch so meinen, nicht weil die Pferde die Worte verstehen können, aber sie verstehen die Emotion, die dahinter steht.
Aber wenn deine Stute merkt, daß sie dir sagen kann, wenn ihr etwas nicht gefällt und gehört wird, schafft das viel Vertrauen. Eine Möglichkeit ihr zu zeigen, daß sie gehört wird ist z.B. auch eine weichere Bürste zu verwenden oder, wenn sie da immernoch "zickt" nur die Hand. Sie nicht mehr am Bauch anzufassen halte ich nicht für sinnvoll, das wäre mehr ein Umgehen des Problems...

Ansonsten schließe ich mich den anderen an, du solltest herrausfinden, ob sie Bauchschmerzen hat. Manchmal sind Stuten da einfach nur kitzelig und der Bauch ist "intim", es kann auch mangelndes Vertrauen sein. Aber das sollte man wissen...
LG
Colloid
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Nola
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BeitragVerfasst am: Mo, 05. Dez 2016 13:35    Titel: Antworten mit Zitat

Danke, das leuchtet mir ein! Das bestätigt mich, und so (mit dem Pferd, nicht dagegen) ist es mir auch lieber!

Ich werde das Bauchthema wirklich mal verfolgen; ich meine, wenn sie rossig ist, ist sie dort empfindlicher, was ja auch logisch ist. Sonst eben eigentlich nicht sonderlich kitzlig, weil Innenseite Hinterbeine ja alles kein Thema ist. Wobei sie auch auf der einen Seite beim Reiten ein Thema mit dem inneren Schenkel hat - da war auch mal eine Rippe blockiert/irgendwie auffällig, da war die Physio auch schon dran.

Also: danke!
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Finchen
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BeitragVerfasst am: Mo, 05. Dez 2016 16:13    Titel: Antworten mit Zitat

Wurde denn auch hinsichtlich evtl. Magenprobleme genau abgeklärt, ob die vorhanden sein können? Leber kann auch für Schmerzen sorgen. Und als Ursache reicht da "nur" nicht ausreichendes Rauhfutter schon aus. Crying or Very sad
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Colloid
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BeitragVerfasst am: Mo, 05. Dez 2016 17:14    Titel: Antworten mit Zitat

Nola hat Folgendes geschrieben:
Danke, das leuchtet mir ein! Das bestätigt mich, und so (mit dem Pferd, nicht dagegen) ist es mir auch lieber!
...

Das ist weniger eine Frage ob mit oder gegen das Pferd, sondern eine Frage der Kommunikation.
Es kommt auf die Eskalationsstufe an. Wenn sie nach dir schnappt oder in deine Richtung tritt ist das schon sehr "laut" und sagt mir, daß ihr bisher nicht zugehört wurde. D.h. um ihr Vertrauen zu gewinnen ist das Zuhören sehr wichtig.
Wenn sie dich wirklich (zuerst, nicht nachdem du "überreagiert" hast) beißt oder tritt, darfst du natürlich zurück- "beissen" oder "treten" (bitte nicht wirklich). Aber Strafen bitte einmal, kurz und dafür knackig und anschließend sofort wieder Ruhe und je weniger emotional desto besser.
Sinn ist also darauf zu achten, welche Eskalationsstufe sie verwendet und souveräner zu agieren. Mit je weniger Eskalation du das gewünschte erreichst, desto besser.
Und Pferde haben immer einen Grund, ein "die ist einfach fies", "die spinnt" oder "die verarscht dich" gibt es nicht.
Oftmals ist grade das "Verarschen" nur die Ansage des Pferdes, daß man schlicht nicht souverän genug ist.

PS: Ich habe da einen guten Lehrer, mein Pony ist Chef von 28 (demnächst 40 Rolling Eyes ) Pferden... Rolling Eyes
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gimlinchen
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BeitragVerfasst am: Do, 08. Dez 2016 05:47    Titel: Antworten mit Zitat

ich komme aus der megasotfie fraktion
.

ich habe ein pferd, was freiwillig alles tut, aber jede art des fixiert werden hasst. aus dieser sicht:

ich sehe immer mal pferde, die angebunden eeewig und recht sinnlos geputzt werden (weil man das halt so macht). für pferd kann das meganervig und fad sein. dann wird auch noch immer alles bearbeitet, was ebenfalls ja sinnfrei sein kann. dann zeigt pferd, dass es etwas nicht mag und mensch denkt an disziplin. ??? ist für mich keine partnerschaftliche beziehung sondern eine unterwerfung.

daher: wenn dein pferd die stelle mies findet, dann lass die doch oder nutze anderes werkzeug, wenn echt dreck weg muss. und ich würde natürlich auch nach schmerzen schauen, mein weg ist der der bioresonanz, weil man da stoffwechselthemen (die sooo viele pferde haben, grad wenn sie aus dem sport kommt) früher erkennt. eventuell ist dieses festbeissen "muss sich da putzen lassen" nicht perfekt angemessen, beim satteln haben ganz viele pferde solche signale, weil sie schlicht mieses mit dem sattel (schmerz!!) und reiten verknüpfen. diese verknüpfung kann man lösen, ich würde da clicker trainign nutzen. an passende sättel glaube ich immer nur sehr zögerlich, leider. vielleicht mal zweitmeinung einholen.

andererseits gibt es für mich persönlich absolute no gos im verhalten, dazu gehören ernsthafte versuche zu treten. solchen begegne ich mit aller klarheit, die ich grad zur verfügung hab. allerdings kommt dies so gut wie nie vor, da man es ja vorher erkennt.
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Nola
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BeitragVerfasst am: Do, 08. Dez 2016 08:23    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen allseits!

Also, Magenprobleme glaube ich eher nicht, aber wenn das nächste Mal Physio und/oder Tierarzt da sind, spreche ich das an.
Wie kann man das denn abklären?

Übrigens waren die letzten Tage komplett unkompliziert beim Putzen sowie auch beim Satteln. Und nein, ich gehöre auch nicht zu den Leuten, die ewig rummachen. Mein Pferd ist aber auch eine der schnellen Sorte. Wenn ihr etwas nicht paßt, sagt sie das sofort. Also nichts mit "zu lange ihre Signale ignoriert".

LG Nola
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