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Kreuzgalopp
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Gamina
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BeitragVerfasst am: Do, 24. Jan 2008 14:44    Titel: Kreuzgalopp Antworten mit Zitat

Suche Tips:

meine Stute fällt auf dem Zirkel immer wieder in Kreuzgalopp. Sie ist jetzt 7 Jahre alt, geht an der Hand und unter dem Sattel recht ordentlich Seitengänge - aber fällt auf dem Zirkel nach wenigen Sprüngen hinten immer in den Außengalopp.
Schätze, dass ihr das Untertreten zu anstrengend ist. Sie hat keine Rückenprobleme (wurde mehrmals überprüft, sie ist auch nicht unwillig) und macht das mit und ohne Reiter.
Mein 4 jähriger Jungspund kann ohne Probleme auf dem Zirkel galoppieren, aber die Große macht sich einen Knoten in die Beine.
Vor 2 Jahren ist sie noch wie ein Karnickel im Galopp gehüpft - ihr Gleichgewicht und ihre Gymnastizität / Losgelassenheit verbessern sich also schon.
Aber eben sehr langsam. Sie steht jetzt an einer Reithalle, so dass ich diesen Winter nicht pausieren muß und mit ihr weiterarbeiten kann. Hat jemand noch Tips und Tricks, wie ich ihr helfen kann, auf der richtigen Hand zu bleiben (ich kann ja nicht immer nur geradeaus galoppieren)?
Ich longiere sie nicht ausgebunden, erst Aufwärmen in Schritt und Trab (auch über Stangen und um Pylonen) und dann einige Runden im Galopp. Wenn sie umspringt, wird durchpariert und nach einigen Trabschritten wieder angaloppiert. Dabei achte ich darauf, sie nur angaloppieren zu lassen, wenn sie locker v/a über den Rücken läuft. Manchmal schafft sie eine ganze Runde, manchmal nur 3-4 Sprünge.
In letzter Zeit arbeite ich sie vor dem Longieren an der Hand in Seitengängen, was ihre Losgelassenheit verbessert. Sie hat einen sehr kurzen Rücken und viel Körperspannung. Vorne hält sie den Galopp, hinten springt sie um.
Ach ja - ich longiere sie 2-3x in der Woche, ca. 15-30 Min. lang. Die meiste Zeit entfällt auf Schritt und Trab und Übergänge. Dabei läuft sie schön locker.

Ich freue mich auf viele Tips!
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acoma
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BeitragVerfasst am: Do, 24. Jan 2008 17:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Gamina!

Hast du den Rücken auch von einem Pferdeosteopathen durchchecken lassen? Auf Röntgenbildern oder anderen tierärztlichen Untersuchungen sind diese minimalen Verschiebungen der Wirbeln oft nicht zu erkennen.

Der Galopp ist ja eines der schwierigsten Kapitel in der Reiterei - so finde ich jedenfalls.
In den Kreuzgalopp fallen vermehrt Pferde, die sich im Moment der Galopphilfe verspannen, aber das sind ja auch deine Worte.
Ich persönlich glaube aufgrund des jungen Alters des Pferdes und aufgrund der relativ geringen Arbeitsintensität, dass es schlicht und einfach nicht genug Kraft für den Galopp besitzt. Da kann man lösen was man will, wenn die Muskulatur nicht vorhanden ist.
Ich würde erstmal ein, zwei Monate die Arbeit langsam aber stetig steigern. Kein falsches Mitleid wie "oje, hoffentlich kommt er nicht ins Schwitzen"! Wink
Mein Vorschlag: Viel Longieren, auch mal freispringen lassen, Galopp so langsam gehen lassen wie möglich, dasselbe im Trab (hier wird auch deine Arbeit an der Losgelassenheit wertvoll sein).
Beim Reiten ist bei diesen Pferden eine gute Innenstellung anzuraten. Auch der innere Schenkel sollte zur Unterstützung der Biegung eingesetzt werden, jedoch nicht vergessen, den äußeren Gesäßknochen zu belasten bzw. nicht nach innen hängen (in Reithallen kann das öfter passieren).

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Gamina
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Alter: 49

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BeitragVerfasst am: Do, 24. Jan 2008 18:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo acoma,
danke für deine Antwort.
TA, Osteopath und Chiropraktiker waren mehrmals am Pferd. Der Rücken ist ok. Aufgrund ihrer natürlichen Spannung und des kurzen Rückens hatte sie beim Anreiten einige Blockaden in den Rückenwirbeln. Im Moment ist das ok. Sie spannt nur sehr schnell an, und dann ist Ende mit ordentlichem Galopp. Wenn sie langsam galoppiert, bleibt sie auch länger richtig. Das Problem besteht darin, sie auch darin zu halten. Sie springt eigentlich immer richtig an.
Soll ich sie öfter angaloppieren lassen an der Longe? Nur wenige Sprünge im Galopp, dann wieder Trab und dann wieder angaloppieren lassen? Unter dem Sattel Galopp nur an den langen Seiten?
An der guten Innenstellung arbeite ich momentan intensiv - sowohl an der Hand wie auch unter dem Sattel. Damit tut sie sich noch etwas schwer.
Springen findet sie doof. Sie wirft die Stangen gerne um oder ab. Habe selten ein so spring-unbegabtes Pferd gesehen Laughing Vielleicht sind meine Hindernisse mit max. 50cm Höhe auch zu klein.
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acoma
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Alter: 38

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BeitragVerfasst am: Sa, 26. Jan 2008 09:00    Titel: Antworten mit Zitat

Das mit den fürs Springen unbegabten Pferden kenne ich nur zu gut. Mein Wallach fällt über jede Stange, auch wenn sie nur am Boden liegt. Confused

Was den Galopp betrifft, würde ich das Pferd weiterhin so langsam wie möglich galoppieren lassen - egal ob an der Longe oder unter dem Sattel. Wichtig ist nur, dass du die Longe bzw. die Zügel nicht annimmst dabei, sondern ihr ständig die Dehnungshaltung anbietest, indem du mit den Händen (Finger locker, Daumen fest geschlossen) leicht nach vor gehst. Verlierst du die Anlehnung, nimmst du die Hände wieder zurück, bis du nur die Existenz des Mauls spürst - nicht mehr!
Gerade solche Pferde, die zur Verspannung neigen, sollte man im Maul möglichst in Ruhe lassen. Die (geringe) Stellung des Kopfes nach innen erreicht man nur langsam durch Zupfen oder Spielen mit dem inneren Zügel - niemals jedoch durch Zug oder ähnliches.
Galopp unter dem Sattel ist an der langen Seite nicht anzuraten. Das Pferd fällt dabei zu sehr auf die Vorhand und tut sich im allgemeinen härter, entspannt zu galoppieren. Jedes Geradeausreiten ist in diesem Stadium, in dem ihr beide euch befindet, zu vermeiden. Wähle möglichst große Zirkel und versuche nur durch deine Gedanken die Zirkel im Galopp zu verkleinern und wieder zu vergrößern - dabei möglichst geringe Einwirkung. Jede zu starke Einwirkung - ob Zügel oder Schenkel - wird wahrscheinlich dein Pferd verspannen. Halte deinen Oberkörper in der Senkrechten, bleib auch auf dem Zirkel auf beiden Gesäßknochen sitzen und gib - nachdem das Pferd angsprungen ist - deine Hände vor. Dein Pferd soll den Kopf möglichst weit unten tragen (wie beim Westernreiten). Beim Durchparieren zum Trab niemals die Zügel verwenden! Ich glaube, in jedem Bereich der Dressur sollte man bei deinem Pferd möglichst zügelunabhängig reiten.
Ich persönlich liebe kurze Pferde, da sie sehr wendig sind und für die Doma Vaquera meist gut geeignet sind, aber was die Losgelassenheit betrifft, ist das Arbeiten mit ihnen wirklich schwierig.
Ach ja, ich denke, ein schnelles Wechseln von Galopp und Trab sollte ebenfalls vermieden werden. Ich würde sagen, zwei Runden Trab, zwei Runden Galopp im Wechsel sollte das Höchstmaß sein. Aber du wirst sicher selbst sehen, ab welchem Zeitpunkt sie sich verspannt und den Kopf hochnimmt.
LG, Sabine

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Melli
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BeitragVerfasst am: Sa, 26. Jan 2008 21:16    Titel: Antworten mit Zitat

Araber, ne?
Das ist oft ein reines Kraftproblem, bei meinem auch (der ist jetzt 10).
Kommt Kraft und Stabilität, kommt auch der ausdauernde Handgalopp.

Bei meinem ist es das äußere Hinterbein, was ohne Reiter irgendwann keine Lust mehr auf Einbeinstütze hat und nach außen ausfällt, dann kommt das Umspringen in den KG.

Nehme an, dass dein Pferd ziemlich in Schräglage galoppiert/mit dem inneren Hinterbein nicht spurtreu fußt, sondern nach außen versetzt?
Dann ist es ein Teufelskreis. Aber natürlich machbar, mit entsprechend gezieltem Training sowohl am Boden wie unter dem Reiter.

acoma
Zitat:
Beim Reiten ist bei diesen Pferden eine gute Innenstellung anzuraten. Auch der innere Schenkel sollte zur Unterstützung der Biegung eingesetzt werden

was genau ist denn der Effekt und das Ziel dieser Vorgehensweise?

Mein Ansatz ist genau umgekehrt, das Pferd überhaupt erstmal gerade und aufrecht zu bekommen in der Wendung und dabei die Hinterhand nicht nach außen ausfallen zu lassen, insbesondere das äußere HB unter dem Pferd zu halten.
Frau Horstmann hat mir auf einem Kurs empfohlen, sogar bewusst auf der Zirkellinie das Pferd "gerade" zu reiten, also sogar mit einem Hauch von Außenstellung.
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acoma
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BeitragVerfasst am: So, 27. Jan 2008 09:54    Titel: Antworten mit Zitat

Melli:
Innenstellung und Biegung sind für mich weiteres Hilfsmittel dazu, das Pferd zu lösen. Wenn die Spannung erst gar nicht entsteht, wird meist auch der Handgalopp länger durchgehalten. Aber - wie gesagt - dieser Ansatz geht über die Entspannung der Oberlinie. Dein Ansatz über das innere Hinterbein mit geradegestelltem Hals ist ein weiterer Ansatz - überdies noch ein sehr guter. In diesem Fall muss aber schon eine gewisse Muskelmasse aufgebaut sein, da sonst das Pferd der Hilfe nicht Folge leisten kann. Aber warum nicht? Man muss vieles ausprobieren und verschiedene Ansätze betrachten, um dann das richtige für sich und sein Pferd zu finden. Eine Lösung allein genügt meist nicht.

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Gamina
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BeitragVerfasst am: Mo, 28. Jan 2008 10:45    Titel: Antworten mit Zitat

@Melli
Sie läuft gerade und aufrecht - zu gerade und aufrecht für meinen Geschmack. Sie fällt mit dem inneren Hinterbein aus, weil sie das nicht weit genug unterschieben mag. Das mag fehlende Kraft sein - aber auch sehr viel fehlende Entspannung. Sie galoppiert spurtreu bis zum Umspringen und nicht in Schräglage. Wenn ich sie nach außen stelle, fällt sie mir über die Schulter nach innen. Das klappt schlechter als mit leichter Innenstellung. Sie springt ja richtig an, hält den Galopp nur nicht (weil sie dann meist Tempo zulegt und das weite Untertreten dann zu mühsam wird, denke ich mal).

@Sabine
werde heute abend mal üben. Losgelassenheit ist wirklich ein Problem. Und da Araber eine hohe natürliche Kopfhaltung haben, ist das bei ihr ein doppeltes Problem. Aber manchmal kommt der Kopf für kurze Zeit fast so tief wie bei einem Westernpferd. Seltene Glücksmomente. Ich erzähle ihr immer, dass auch Araber das durchaus können.
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Rapunzel
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BeitragVerfasst am: Mo, 28. Jan 2008 11:07    Titel: Antworten mit Zitat

ich hatte vor ein paar jahren eine araberstute zum beritt, die genau dasselbe problem hatte: "hasengalopp" (also einfach alle 4 beine gleichzeitig vorgeschmissen, in den boden gerammt, vorgeschmissen usw Rolling Eyes ) und fast sofortiges umspringen in den kreuzgalopp. sie hat einen auch im galopp absolut "rausgesetzt", also über den sattel, man kam überhaupt nicht an sie ran.
bei ihr hat neben allgemeiner gymnastizierung geholfen: immer wieder aus dem schritt angaloppieren, immer nur wenige sprünge galopp, danach gleich wieder schritt, das ganze möglichst gut am sitz und am zügel (was SEHR schwierig und langwierig war!). kein davonpreschen, kein rausheben, kein gleichgewichtsverlust. wir mussten uns beide extrem konzentrieren dabei.

es hat dann gut ein jahr gedauert (bei 2mal wöchentlichem beritt), bis sie einen geregelten galopp auch mal eine ganze bahnrunde halten konnte. für gleichmäßigen galopp auf großen linien in bahnfiguren hat sie nochmal ein halbes jahr gebraucht. als der galopp dann langsam gefestigter wurde, ist mir auf einem video aufgefallen, dass sie hinten extrem breit trat. da habe ich dann angefangen, mit schulter vor im galopp und zirkel verkleinern/vergrößern zu arbeiten.

nach insgesamt 2 jahren beritt ist sie in der lage gewesen, sauber auf volten zu galoppieren, schulterherein und anfänge von travers im galopp zu gehen, halbwegs sicheren außengalopp und auch einige fliegende wechsel (aber das waren noch zufallstreffer).

ein problem war bei ihr (wohl arabertypisch), dass sie auf jede neue anforderung erstmal mit panischem "das kann ich nicht, das geht nicht!!!" reagiert hat und es immer ein paar tage oder wochen dauerte, sie davon zu überzeugen, dass das doch geht ...
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Gamina
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Alter: 49

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BeitragVerfasst am: Sa, 09. Feb 2008 10:24    Titel: Antworten mit Zitat

Very Happy @acoma
Wir können richtig galoppieren!
Ich habe die Intensität der Galopp-Arbeit deutlich verstärkt. Offensichtlich habe ich damit vorher immer zu früh aufgehört, denn jetzt geht sie nach 2-3 Runden zum Einlaufen schön im richtigen Galopp - und wirkt nicht unzufrieden dabei (auch wenn der Schweiß fließt). Sie streckt sich an der Longe schön ab und schnaubt dabei. Ich bin gespannt, ob sie das in ein paar Tagen auch unter dem Sattel macht.
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bea
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BeitragVerfasst am: Sa, 28. Dez 2013 20:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,
ich belebe mal diesen Thread wieder, um euch um Meinungen zu meinem Problem zu befragen:
Mein Pferd (Friesenwallach, fast neun Jahre alt, aber bisher wenig gymnastiziert) hat extreme Mühe mit dem Galopp. Dies äußert sich u.a. darin, dass er fast immer im Kreuzgalopp anspringt - und zwar auf beiden Händen und sowohl mit als auch ohne Reiter. Besonders beunruhigt mich, dass das Problem sich in den letzten Wochen eher verschärft als verbessert hat, obwohl wir sehr viel gymnastizierende Arbeit geleistet haben. Es ist bei ihm sicher ein Balance- und ein Kraftproblem, nur bin ich gerade mit meinem Latein am Ende, wie ich am besten weiter vorgehe.
Als ich ihn vor zwei Monaten übernommen habe, war v.a. der Galopp auf rechter Hand ein großes Problem, während er links herum i.d.R. korrekt ansprang, wenn auch völlig ohne Gleichgewicht. Mittlerweile ist es aber so, dass er auf beiden Händen immer im Kreuzgalopp anspringt. Auf mich macht es den Eindruck, dass er gewissermaßen in Erwartung des Galopps mit der Vorhand statt mit der Hinterhand einspringt und dass die Hinterhand dann nicht nachkommt bzw. er halt aus "Bequemlichkeit" hinten im Außengalopp anspringt. Dieser Eindruck wird dadurch verstärkt, dass ich ihn kürzlich beim Angaloppieren "überrascht" habe, wobei er richtig ansprang - als ich das Ganze wiederholen wollte, waren wir aber wieder im Kreuzgalopp. Auf der Weide ist er meistens auch im richtigen Galopp.
Wie gesagt wurde das Pferd bisher wenig gymnastiziert und hat ziemliche Balanceprobleme. Er ist rechts sehr schulterlastig, doch bin ich der Ansicht, dass das in den letzten Wochen schon besser geworden ist. Wir machen v.a. an der Hand, aber auch unter dem Sattel viel Schulterherein und seitlich übertreten, wobei er mittlerweile zumindest im Schritt mit dem inneren Hinterbein richtig schön Gewicht aufnimmt. Wir haben außerdem den Spanischen Schritt erarbeitet, der m.M.n. auch nochmals seine Schulterfreiheit verbessert hat. In diesen Punkten mache ich sicher auch so weiter, doch meine Frage ist nun, wie ich am besten ganz konkret mit dem Galopp vorgehe. Ich habe mir schon überlegt, den Galopp ganz wegzulassen und einfach konsequent an der Lastaufnahme der Hinterhand zu arbeiten? Andererseits galoppiert er ganz gerne - und wenn er dann mal im richtigen Galopp ist, dann läuft er mir da eigentlich schöner als im Trab und dehnt sich auch relativ schön v/a (wenn auch natürlich sehr vorhandlastig)...

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bea
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BeitragVerfasst am: Sa, 21. März 2015 22:25    Titel: Antworten mit Zitat

*Thema nochmals hochhol*

Hallo zusammen!

Ich hole das Thema nochmals hoch in der Hoffnung, den einen oder anderen Tipp für unser Kreuzgalopp-Problem zu bekommen. Ich bin gerade ein bisschen erschrocken, als ich mein letztes Posting von Dezember 2013 gelesen habe - denn obwohl ich nun über ein Jahr konsequent mit meinem Pferd weitergearbeitet habe, ist unser Problem im Grunde immer noch das gleiche. Confused
Mein Friese ist mittlerweile 10 und ich habe ihn seit anderthalb Jahren. Wir haben sehr viel Basisarbeit gemacht und ich habe mich v.a. auf den Schritt und den Trab konzentriert. Dort sind mittlerweile deutliche Fortschritte zu sehen und er läuft losgelassen mit gutem Takt und Schub. Galopp ist aber nach wie vor gleichbleibend schlecht, wenn auch mittlerweile mit deutlich weniger Stress für ihn verbunden als noch vor ein paar Wochen. Aber nach wie vor gilt, dass er in der Mehrzahl der Fälle im Kreuzgalopp einspringt, und zwar auf beiden Händen. Irgendwie kommen wir einfach nicht weiter... Diese Woche war nun recht spannend: Am Donnerstag habe ich ihn relativ früh in der Longiereinheit auf rechter Hand angaloppiert. Obwohl das eigentlich seine schlechtere Galopp-Hand ist, ist er mehrmals hintereinander korrekt eingesprungen. Natürlich gab es großes Lob, danach Handwechsel und Linksgalopp, doch der Linksgalopp endete ständig im Kreuzgalopp. Heute habe ich nun wieder longiert, wobei wir genau das gegenteilige Resultat erzielten: Zuerst ließ ich ihn links angaloppieren, was mehrmals perfekt klappte - aber rechts ging dann gar nix. Hat jemand eine Idee, wie ich dieses Muster durchbrechen könnte? Es schien mit, als ob mein Pferd sich hinten quais auf einen Galopp einstellt und dann nicht mehr aus diesem Muster rauskommt. Ich hab schon versucht, an der Longe bewusst auf das äußere Hinterbein einzuwirken beim Einspringen, aber das klappt nicht. Was für Übungen könnte ich noch machen, damit mein Pferd sich leichter tut mit dem Galopp? Welche Muskulatur kann ich gezielt trainieren? Der Osteopath hat ihm eine Hyperflexibilität diagnostiziert und sagt, dass unsere Galopp-Probleme auch damit zusammenhingen. Heute ist er auch wieder im Kreuzgalopp über den Paddock gerast - dieses Gangverhalten zeigt er also nicht nur bei der Arbeit...

Falls irgendjemand Ideen hat, wie ich gegen den Kreuzgalopp anarbeiten könnte, wäre ich sehr dankbar! Ich habe einfach auch Angst, dass er sich Beine und Rücken kaputt macht, wenn er nicht endlich lernt, eine gesündere Haltung einzunehmen...
(Ich galoppiere ihn übrigens nicht allzu oft, weil er erstens offenbar noch nicht die Kraft dazu hat, er zweitens bis vor Kurzem sehr viel Stress dabei hatte und - drittens - unsere Galopp-Haltung eben auch auch sehr gesundheitsschädlich ist. Momentan galoppiere ich ihn zudem ausschließlich ohne Reiter.)

LG, Bea

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Anna
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BeitragVerfasst am: So, 22. März 2015 08:20    Titel: Antworten mit Zitat

Huhu, ich würde in jedem Fall nochmal eine Osteo raufgucken lassen. Wenn es z.B. nicht an der Technik beim Longieren liegt, vielleicht mal jemand anderen probieren lassen, dann kann es auch der Rücken sein. Bei meiner Stute habe ich das Gleiche Problem, im Schritt und Trab sieht man nichts, im Galopp springt sie Kreuz und ist total fest,verspannt und steif. Eventuell können auch Magenprobleme vorliegen wurde mir jetzt vom TA gesagt.
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Eowyn
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BeitragVerfasst am: So, 22. März 2015 09:23    Titel: Antworten mit Zitat

Wie galoppiert er denn im Gelände?

Ich würde ihn bei so einem langanhaltenden Problem mal von Huf bis Schweif durchchecken lassen - bei meinem Hispano Araber kam der Kreuzgalopp an der Longe im Zusammenhang mit seiner Hufrollenproblematik auf, da war er ca. 10.

Wenn gesundheitlich wirklich alles in Ordnung ist, dann hilft meiner Meinung nach nur raus ins Gelände und da viel Galoppieren. Kraft und Muskulatur für den Galopp bekommst Du größtenteils nur im Galopp.
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Jen
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BeitragVerfasst am: So, 22. März 2015 22:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hi

Falls gesundheitlich alles durchgecheckt ist, gibt es mehrere Möglichkeiten, die du ausprobieren kannst:

1. pro Lektion vorübergehend nur 1-2x nur auf eine Hand galoppieren. Erst am nächsten Tag auf andere Hand, um ihm Sicherheit zu geben und sein Selbstvertrauen zu stärken.

2. aus Trab über ein in-out in den Galopp fallen lassen. 2. Sprung soll dabei genug hoch sein, dass er mit etwas Schwung kommen und abdrücken muss. Manchmal reicht auch schon ein optisch breiterer Sprung, zB zwei Cavaletti gleich nebeneinander macht es etwas massiver.

3. aus dem Travers angaloppieren. Dadurch kontrollierst du das äussere Hinterbein und kannst dieses gezielt einspringen lassen.

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Liebe Grüesslis, Jen
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bea
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BeitragVerfasst am: So, 22. März 2015 23:20    Titel: Antworten mit Zitat

Danke euch allen!
@Anna: Osteo kommt Anfang Mai sowieso. Jemand anders mal longieren lassen ist schwierig und momentan leider keine Option.
@Eowyn: Da ich momentan gar nicht unter dem Reiter galoppiere, galoppiere ich ihn auch nicht im Gelände. Die bisherigen Gelände-Galopps waren aber entweder so, dass er eher in den Galopp reinrannte als korrekt einsprang und wir dann auch kaum den Galopp halten konnten (wenn ich alleine war) oder dass er ebenfalls verspannten Kreuzgalopp zeigte (als ich mit einer Freundin unterwegs war, die uns vorangaloppierte, um ein wenig zu "ziehen"). Ich denke aber, diesen Sommer wird es hoffentlich noch die eine oder andere Möglichkeit geben, um Geländegalopps zu üben. Denn ja, das kräftigt sicher gut und ist vermutlich einfacher als auf dem Reitplatz.
@Jen: Option 1 habe ich mir auch schon überlegt und werde ich demnächst angehen. Option 2 ist auch eine gute Idee und werde ich mal versuchen. Option 3 fällt weg, solange ich nicht unter dem Reiter galoppiere.
Ich denke, bevor ich weitere gesundheitliche Anklärungen treffe, warte ich mal den Osteo-Termin Anfang Mai ab. Außerdem werde ich Jens Optionen 1 und 2 versuchen. Außerdem arbeite ich natürlich weiterhin daran, ihm zu zeigen, dass Galopp Spaß macht und auch stressfrei ablaufen kann. Nachdem wir in dieser Hinsicht in den letzten Wochen erste Erfolge hatten, kommen hoffentlich noch weitere.

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